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Von Axel Weidemann
11.08.2018
, 21:44
Lach- und Sachgeschichten: „The Pudding“ erklärt, warum das Publikum über eine bestimmte Pointe der Komikerin Ali Wong am längsten lacht.
Um wen trauert die Welt? Wovon rappen Rapper wirklich? Die Redaktion von „The Pudding“ beantwortet Fragen, die selten gestellt werden, auf sehr clevere Weise.
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Wenn Menschen sterben, passieren viele Dinge. Von manchen wissen wir, von manchen wir nicht. Bleibt das Echo, das der Tod eines Menschen im Diesseits hinterlässt. Besonders ausgeprägt ist dieses bei bekannten Persönlichkeiten. Und während man diese Echos früher beispielsweise in Steinen maß, die ein Heer von Sklavenarbeitern zu einer Pyramide stapeln musste (2,6 Millionen Steine sollen es bei der Cheops-Pyramide sein), lassen sie sich heute in Klickzahlen bemessen, die ein Heer von Internetnutzern auf digitalen Reisen hinterlässt, die mit dem Verstorbenen zusammenhängen.

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Auf der Internetseite „The Pudding“, die versucht, kulturelle Themen in „visuellen Essays“ umzusetzen, sich also einer besonders augenfälligen und spielerischen Variante des Datenjournalismus widmet, hat sich der Redakteur Russell Goldenberg angesehen, welche Echos der Tod eines berühmten Menschen im Internet auslöst. Er kommt schon in der Unterzeile zu dem lakonischen Schluss: „It’s a big deal.“ Dabei kommt der grafische Einstieg in das Thema für „The Pudding“ außergewöhnlich schlicht daher. Um es in Relation zu anderen Ereignissen zu setzen, schaut Russel auf eine „lebende Ikone“: Beyoncé. Er betrachtet zunächst die Zahl der Seitenaufrufe ihres englischsprachigen Wikipedia-Eintrags zwischen März und Mai 2016, in 48-Stunden-Abständen. Man sieht ein Kurvendiagramm, dessen weitgehend flache Linie zum Ende hin dramatisch in die Höhe schießt: Am 24. April veröffentlicht die Sängerin ihr Album „Lemonade“. Dazu erscheint ein Film in der gleichen Spiellänge, in dem es vor Anspielungen auf ihr Eheleben mit dem Rap-Millionär Jay-Z nur so wimmelt. Das „Internet spielt verrückt“, kommentiert Russel. Die Seitenaufrufe verzehnfachen sich von etwa dreißigtausend auf fast dreihunderttausend.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Weidemann, Axel
Axel Weidemann
Redakteur im Feuilleton.
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