FAZ plus ArtikelVorübergehendes Aus für „Parler“

Wenn Amazon den Stecker zieht

Von Axel Weidemann
12.01.2021
, 17:22
Auf der Plattform „Parler“ sammeln sich seit 2018 Rechtskonservative und Trump-Anhänger. Nach dem Sturm auf das Capitol kündigte Amazon dem Netzwerk die Server-Dienste. Die Plattform klagt nun.

Amazon hat der Plattform „Parler“ den Stecker gezogen. Nachdem bekanntgeworden war, dass diejenigen, die am 6. Januar das Kapitol stürmten, auf Parler kommuniziert und dort ihre Pläne geschmiedet hatten, nahm Amazon das Netzwerk am Montag von seinen Servern (F.A.Z. vom 12. Januar). Zuvor hatten Google und Apple die App aus ihren Stores aussortiert. Nun will Parler Amazon verklagen.

Parler ist mit seinen angeblich rund zwanzig Millionen Nutzern ähnlich strukturiert wie Twitter und brüstet sich seit seinem Start 2018 damit, eine unvoreingenommene Plattform für freie Meinungsäußerung zu sein. Praktisch bedeutete das, dass Hassrede selten moderiert wurde. Auf Parler sammelten sich Rechtskonservative und Trump-Unterstützer, die sich anderswo unterdrückt sahen. Politiker wie Devin Nunes, Ted Cruz, Rand Paul, Rudy Giuliani, die Kommentatorin Candace Owens oder Trumps ehemaliger Kampagnenleiter Brad Parscale liehen Parler ihre Stimme. Als Mitgründerin ist Rebekah Mercer gelistet, eine der einflussreichsten und reichsten Unterstützerinnen von Donald Trump.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Weidemann, Axel
Axel Weidemann
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