Unpassende Videos

Auf Nachrichtenseiten erscheinen plötzlich Pornofilme

24.07.2021
, 18:28
Befriedigung auf Abruf: Über die Auswirkungen von Porno-Konsum wird kaum öffentlich debattiert.
Wie kann es sein, dass bei der Washington Post oder dem Guardian plötzlich Pornos laufen? Der Verkauf der Domain eines Videodienstes steckt dahinter. Und sorgte bei den Nachrichtenmedien für böses Erwachen.

Für die Betreiber von Nachrichtenseiten in den Vereinigten Staaten gab es am Donnerstag eine unschöne Überraschung: Zu älteren Artikeln, etwa aus der Washington Post, dem New York Magazine, der Huffington Post, dem Guardian, dem Boston Globe, Daily Telegraph oder dem russischen Sputnik News wurden Pornofilme angezeigt.

Ursprünglich fanden sich dort zu den Artikeln passende Einspieler, die der Videodienst „Vidme“ beisteuerte. Die Firma verschwand aber schon im Jahr 2017 vom Markt. Ihre Domain gab es jedoch noch, und diese übernahm zwischenzeitlich die pornographische Seite „5 Star Porn HD“, welche die Nachrichtenfilme nun durch ihr eindeutiges Angebot ersetzte.

Lesern fiel dies schnell auf, ein Nutzer, der sich @dox-gay nennt, machte die Sache auf Twitter publik. Die Nachrichtenseiten reagierten auch schnell, wie das Vice-Portal „Motherboard“ berichtet. Sie listeten die nunmehr unpassenden Videos, die unter „vid.me“ eingespeist wurden, wieder aus.

Die peinlichen Kombinationen, die sich ergaben, waren nicht lange online, sind aber selbstverständlich, etwa von der Techabteilung „Motherboard“ des Magazins Vice, gleich festgehalten worden. Der Vorgang betraf, zum Glück für die serösen Nachrichtenseiten, nur ältere Texte, aktuelle Stücke waren nicht betroffen.

Quelle: FAZ.NET
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