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Auf der Flüchtlingsroute

Deutsche Journalisten in Griechenland kurzzeitig festgenommen

 - 16:25

Die zwei deutschen Journalisten, die im Nordosten Griechenlands nahe der türkischen Grenze festgenommen worden waren, sind wieder frei. Ein Gericht in der griechischen Grenzstadt Orestiada hatte festgestellt, dass sie versehentlich in die militärische Sperrzone am Grenzfluss Evros gelangt sind und sie freigesprochen. Dies bestätigte der Anwalt der beiden, Dimitrios Kadoglou. Das Gericht habe eingesehen, dass mindestens eine Verbotstafel am Rande des Sperrgebietes umgekippt und daher schwer sichtbar war.

Die beiden Reporter waren nach Angaben des Norddeutschen Rundfunks für das Magazin „Panorama“ im Grenzgebiet zwischen Griechenland und der Türkei unterwegs und recherchierten zur Situation von Flüchtlingen. Griechische Medien berichteten, die Reporter hätten eine Gruppe von Migranten beobachtet, die den Fluss aus der Türkei nach Griechenland überquerten und dabei auf einer Kleininsel von
Schleusern verlassen und steckengeblieben sein sollen. Dies konnte jedoch nicht offiziell bestätigt werden.

Zahl der Grenzübertritte in dem Gebiet ging zurück

Nach Angaben der griechischen Polizei waren die beiden Reporter wegen Betretens einer Sperrzone in Gewahrsam genommen worden. In den meisten dieser Fälle werden Journalisten in schnell wieder auf freien Fuß gesetzt. Ob sie tatsächlich für die ARD arbeiteten, hatte sich zunächst nicht bestätigen lassen. Der Fall sei bekannt und werde von Deutschland konsularisch betreut, hieß es noch in der Nacht zum Samstag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin.

Die Region ist Teil einer beliebten Flüchtlingsroute. Zahlreiche Migranten versuchen über den Grenzfluss Evros von der Türkei nach Griechenland zu gelangen, um von dort nach Mitteleuropa weiterzureisen. Zahlreiche Menschen kamen dabei ums Leben. Seit Inkrafttreten des Flüchtlingspakts der EU mit der Türkei im März 2016 ging die Zahl der Grenzübertritte in dem Gebiet jedoch deutlich zurück.

Derzeit herrscht in der Region erhöhte Wachsamkeit. Erst vor einer Woche waren an dem Fluss zwei griechische Soldaten nach dem Überschreiten der Grenze zur Türkei festgenommen und anschließend unter Spionageverdacht inhaftiert worden. Die beiden Soldaten gaben an, sie hätten bei schlechtem Wetter die Orientierung verloren.

Auch wurde griechischen Sicherheitskräften vorgeworfen, Flüchtlinge illegalerweise auf türkisches Staatsgebiet zurückzudrängen. Die Regierung in Athen dementierte entsprechende Berichte.

Quelle: dpa/AFP
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