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Medienschau

Ich bin ein 'masihi' - ein Christ

 - 11:34
Die „Moschee des Propheten” in Medina Bild: dpa

Und immer wieder Islam: In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ versucht Guido Steinberg das Fehlurteil aus der Welt zu schaffen, dass die Vereinigten Staaten die Heiligen Stätten von Mekka und Medina besetzt halten - eine Aussage Usama Bin Ladins, die weitergereicht würde.

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Dies sei erstaunlich, so der Islamwissenschaftler, weil die Christen zu diesen Stätten traditionell kein Zugang hätten. „Vielmehr fand der Truppenaufbau in den Jahren 1990/9 ausschließlich in der Osthälfte der Arabischen Halbinsel statt, und auch die wenigen verbliebenen amerikanischen Soldaten sind vorwiegend in Riad und in der ölreichen Ostprovinz stationiert.“

Allah sei mit den Christen

Islamische Theologen außerhalb Saudi-Arabiens, so Steinberg weiter, seien sich darin einig, dass Mekka und Medina besonderen Schutzes bedürfen und dass kein Christ seinen Fuß in sie setzen solle. Und gibt nebenbei einen Hinweis für alle Gottesgläubigen, die es dennoch wagen sollten: Das Visum jedes Christen, der heute nach Saudi-Arabien reise, ziere ein kleiner Stempel mit der Aufschrift 'masihi', was zu deutsch Christ hieße. An Straßensperren rund um Mekka und Medina würde er unweigerlich abgefangen, sollte er es wagen, das Besuchsverbot zu umgehen.

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Blair ist mit den Sündenböcken

Während Großbritanniens Neonazis die muslimische Bevölkerung zum Sündenbock erklären, erklärt Premierminister Tony Blair seinen Bürgern mit Zeitungsartikeln den Islam, um weiterem Hass entgegenzuwirken. Die „tageszeitung“ zitiert aus der aktuellen Ausgabe von „Q-News“, Europas größter muslimischer Zeitschrift, in der Blair schreibt: „Diese Taten von abscheulicher Brutalität widersprechen dem islamischen Glauben, das weiß ich.“ Und weiter: „Den Islam zu beschuldigen ist genauso blödsinnig, als wenn man Christen in Nordirland für loyalistische Angriffe auf Katholiken oder nationalistische Angriffe auf Protestanten verantwortlich macht.“ Shaufta Yaqub, die 25-jährige Chefredakteurin des Hochglanzmagazins, das Themen wie Drogen, Designermode, Menschenrechte und Hollywood-Filme anschlägt, sagt, sie bekomme täglich Morddrohungen.

Berlusconi ist mit dem Westen

In Italien, so resümiert die „tageszeitung“, reden Staatschef Silvio Berlusconi und die rechte Presse derweil einen Kreuzzug gegen den Islam herbei. Berlusconi spricht von der „Überlegenheit unserer Zivilisation“ und unterstellt Globalisierungskritikern wie Islamisten das gleiche Feindbild: den Westen. „Der Westen“, so zitiert die Zeitung den Ministerpräsidenten, „ist dazu bestimmt, die Völker zu verwestlichen und für sich zu erobern. Dies ist ihm schon mit der kommunistischen und mit einem Teil der islamischen Welt gelungen. Aber es gibt einen anderen Teil dieser welt, der vor 1.400 Jahren stehen geblieben ist.“

Pamuk ist mit den Erniedrigten

In der „Süddeutschen Zeitung“ analysiert Orhan Pamuk, der als bedeutendster Schriftsteller der Türkei bewertet wird, den Antiamerikanismus und das Gefühl der Erniedrigung in den islamischen Ländern. Gerade dieses stünde dem Frieden im Weg: „Der Westen hat leider kaum eine Vorstellung von diesem Gefühl der Erniedrigung, das eine große Mehrheit der Weltbevölkerung durchlebt und überwinden muss, ohne den Verstand zu verlieren oder sich auf Terroristen, radikale Nationalisten oder Fundamentalisten einzulassen.“

Quelle: @koe
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