Auf kurze Sicht wird es bei Asket mehr Körpertypen zu sehen geben als hier im Bild.

Die goldene Mitte

Auf kurze Sicht wird es bei Asket mehr Körpertypen zu sehen geben als hier im Bild. Foto: Asket

Bleiben Frauen- und Männermode auch dann, wenn überall die Geschlechtergrenzen fallen?

5. Oktober 2021
Text: ALEX BOHN

Die Vorstellung starrer Geschlechtergrenzen wankt schon lange. Vor dreißig Jahren stellte die Wissenschaftlerin Judith Butler sie infrage, vor fast zwanzig Jahren schrieb der Autor Jeffrey Eugenides darüber in seinem Buch „Middlesex“, und schon seit vierzig Jahren entwerfen die japanischen Designer Yohji Yamamoto, Rei Kawakubo und Issey Miyake Mode, die vermeintliche Grenzen durch besonders fließende Schnitte überwindet. Als sich vor knapp fünf Jahren Unisex-Mode als massentaugliches modisches Konzept als Alternative zur binären Mode etablierte und selbst große Marken wie Gucci, H&M oder Asos entsprechende Kollektionen entwickelten, gründeten die Schweden August Bard-Bringéus und Jakob Dworsky trotzdem eine Marke für Herrenmode. Sie bieten eine bewusst klein angelegte Basisgarderobe, die zeitlos sein soll: T-Shirt, Oberhemd, Jeans, Chino, Pullover. Das Besondere ist – neben einer komplett ökologisch und sozial verantwortungsvollen und transparenten Produktion – ein feiner differenziertes Größensystem als in der Konfektionskleidung üblich.  

Eine Geschichte aus der aktuellen Ausgabe des Magazins der F.A.Z. „Frankfurter Allgemeine Quarterly“

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Ein Klassiker im Schrank: Das weiße T-Shirt ist immer gerade geschnitten, aber für Frauen aus leichterem Stoff.
Ein Klassiker im Schrank: Das weiße T-Shirt ist immer gerade geschnitten, aber für Frauen aus leichterem Stoff. Foto: Asket

FRANKFURTER ALLGEMEINE QUARTERLY: Als Sie Ihre Marke 2015 gründeten, setzten andere Jungdesigner auf das Konzept Unisex. Design also, das den unterschiedlichen Körpertypen kaum Rechnung trägt und vergleichsweise groß bis grobschlächtig geschnitten ist, oder ein Styling, das klassische Frauenkleidung an Männern zeigt und umgekehrt. Der Franzose Ludovic de Saint Sernin und die Britin Grace Wales Bonner wurden so für den LVMH-Preis nominiert – eine hohe Auszeichnung der Modebranche –, der Japaner Ino Masayuki gewann ihn mit seinem Label Doublet 2018 sogar. Sie entschieden sich für das Gegenteil und setzten komplett auf Männermode. Wieso?

05.10.2021
Quelle: F.A.Z. Quarterly
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