Netflix streicht Serie

Für Meghan und Harry läuft es nicht mehr rund

EIN KOMMENTAR Von Ursula Scheer
03.05.2022
, 06:28
Vor dem Megxit hatten sie große Pläne: Meghan und Harry im Jahr 2018
Netflix streicht die geplante Animationsserie „Pearl“ von Meghan Markle aus dem Programm. Könnte es sein, dass die Sussexes nicht mehr der Nabel der Welt sind?
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Für Harry und Meghan läuft es gerade weniger gut: Netflix, dem Hauptgeldgeber des Megxit-Paars, laufen nach dem Pandemie-Hoch die Abonnenten davon. Es ist Frühling, Corona-Beschränkungen fallen, zugleich fällt der Blick an der Zapfsäule und im Supermarkt auf schmerzlich hohe Preise. Da fragen sich Verbraucher, von den Folgen des Ukrainekriegs eingeholt, was sein muss – und was überflüssig ist. Der Streaminggigant tut es gleichfalls, streicht Budgets zusammen und entscheidet: Die geplante Animationsserie „Pearl“ – angeblich Meghans kindlicher Spitzname –, in der es um eine von bedeutsamen Frauen aus der Historie beeindruckte Zwölfjährige gehen soll, fliegt raus.

Der Herzogin von Sussex als Schöpferin und ausführender Produzentin dürfte das nicht gefallen. Aber immerhin ist da ja noch als Teil des Deals, den die Runaway-Royals 2020 mit Netflix schlossen, die Doku-Serie über die von Harry initiierten „Invictus Games“ für kriegsversehrte Veteranen. Dafür reiste das adelige Paar, das sein eigenes empfundenes Leid gerne der Welt klagt und das als Empowerment verkauft, jüngst mit Netflix-Crew nach Holland, obwohl es zuvor angeblich wegen Sicherheitsbedenken die Teilnahme am Gedenkgottesdienst für Harrys Großvater Prinz Philip ausgeschlagen hatte.

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Die Welt hat sich weitergedreht

Doch die Menschen schauen ohnehin gerade auf die Ukraine und weniger auf die Familie im kalifornischen Montecito, von der schon die Corona-Krise Aufmerksamkeit abgezogen hatte. Ein Podcast von Meghan bei Spotify ist gleichwohl in der Pipeline und Teil eins einer Biographie von Harry in Buchform, die für die Windsors womöglich ähnlich unerfreulich ausfallen könnte wie das Interview bei Oprah. Die Chancen, dass all das wie ein Wölkchen am Himmel vorbeizieht, stehen gleichwohl nicht schlecht. Die Welt hat sich weitergedreht seit dem Megxit.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Scheer, Ursula
Ursula Scheer
Redakteurin im Feuilleton.
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