Nicht zu fassen!

Die Zeit macht uns oft irre: Immerzu scheint sie zu fehlen, zu rasen oder gar nicht zu vergehen. Und wenn wir sie dann dank der Pandemie auch noch selbst ganz neu für uns organisieren müssen, ist für viele wirklich alles zu spät. Aber es gibt Hoffnung: Vier Experten helfen mit neuen Perspektiven auf ein altes Problem.

12. August 2021
Text: ALEX BOHN
Fotos: ANNIKA WEERTZ
Model: PASCAL KAPITZA
Fotoassistenz: STEPHAN GRÄFE

Sicher ist, dass der Mensch ein zeitliches Wesen ist, das als Teil der Natur eingebettet in ihre Rhythmen lebt. Die Zeit ist ein Faktor, der uns permanent beschäftigt, zum Beispiel, wenn sie fehlt, plötzlich mal im Überfluss da sein sollte oder nicht als „quality time“ taugt. Wie abhängig wir von der Zeit als Ordnungsgerüst sind, hat die Covid-19-Pandemie offenbart: Als die üblichen gesellschaftlich vereinbarten Zeitstrukturen kollabierten, in denen Arbeit, Schule und Freizeit eingebettet sind, entstand die Notwendigkeit, Zeit in vielen Bereichen neu und selbst zu organisieren. Diese unerwarteten und ungewohnten Freiheitsgrade, in denen das eigene Leben plötzlich selbst austariert werden musste und muss, empfinden die meisten Menschen aber eher als überfordernd denn als lustvoll. Mit unserer standardisierten Zeit vermessen lässt die Pandemie sich auch nicht, sie verläuft in Wellen; wann sie endet, können wir mit unseren Mitteln nicht erkennen.

Eine Geschichte aus der aktuellen Ausgabe des Magazins der F.A.Z. „Frankfurter Allgemeine Quarterly“

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Das Wörterbuch mag die Zeit als Aufeinanderfolge der Augenblicke, Stunden, Tage, Wochen und Jahre definieren, aber je nachdem, welche Disziplin oder welchen Philosophen man fragt, wird sie höchst unterschiedlich gedeutet. Für einen Physiker wie Isaac Newton war sie eine akkurat berechenbare Einheit, für den amerikanischen Gründervater und Unternehmer Benjamin Franklin war Zeit Geld, für Albert Einstein wiederum eine pure Illusion und für den Philosophen Martin Heidegger war Zeit das „Sein zum Tode“.

Dass Uhren oft an Schmuckstücke erinnern, hat einen Grund: Die Funktion des Zeitmessers hat das Smartphone übernommen. Beide Uhren von Chopard

11.08.2021
Quelle: F.A.Z. Quarterly
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