FAZ plus ArtikelPaul Watzlawick

Reden als Selbstschutz

Von Christian Geyer
23.07.2021
, 06:57
Paul Watzlawick (geboren 1921) starb im Jahr 2007
Der vor hundert Jahren geborene Psychotherapeut und Bestseller-Autor Paul Watzlawick hat die Kommunikation als Schlüssel eines gelungenen Beziehungslebens ausgerufen. Wie kam er auf diese Idee?

Wie konnte es bloß zu dieser Hochschätzung von „Kommunikation“ kommen? Als einem erwünschten Format menschlicher Vervollkommnung? Kulturgeschichtlich galt Kommunikation schon lange vor dem Boom ihrer Technologie, also lange bevor die sozialen Medien allgegenwärtig wurden, als ein Ausweis für gelungenes Menschsein. Die Art, wie Menschen miteinander reden, entscheidet demnach über ihr Glück oder Unglück. Kommunikation hat den Rang einer maßgeblichen anthropologischen Bestimmung gewonnen, der gekonnte Austausch von Mitteilungen wird als Schlüsselqualifikation für menschliche Beziehungen gehandelt.

Gefragt, was der einzelne Mensch denn tun kann, um ein gutes Leben zu führen, wird auf seine systemisch-kommunikativen Bedingungen in Familie, Schule, Arbeitsplatz verwiesen (und nicht auf Fragen von „Charakter“ oder „Persönlichkeit“). Gutes Leben bedeutet: Gut, dass wir darüber geredet haben. Die Kunst der Rede ist zur Lebenskunst avanciert.

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Christian Geyer - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christian Geyer-Hindemith
Redakteur im Feuilleton.
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