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Neuauflage der Loveparade

„Die Sehnsucht scheint riesig zu sein“

Aktualisiert am 14.01.2020
 - 13:35
Dr. Motte beim „Fundraving“ in Berlin
Sollte elektronische Tanzmusik unter den Schutz der Unesco gestellt werden? Der Berliner DJ Dr. Motte macht sich Sorgen um das Clubsterben in der Hauptstadt. Und trommelt für eine neue Loveparade.

Am liebsten wäre es ihm, wenn es wieder eine Loveparade in Berlin gäbe. Dr. Motte, DJ aus Berlin, hat das Technofestival vor gut 30 Jahren gegründet. Jetzt will er mit seinem Team, der gemeinnützigen GmbH „Rave the Planet“, Spenden sammeln – und auf diesem Weg herausfinden, wie groß das Interesse an einer Neuauflage ist. „Wir stellen die Frage: Wollt Ihr eine neue Loveparade?“, sagte Matthias Roeingh, wie Dr. Motte mit bürgerlichem Namen heißt, bei einer Pressekonferenz im Einkaufszentrum Mall of Berlin.

Der Ort sollte Symbolcharakter haben. Wo heute eingekauft wird, tanzten die Fans der Technokultur früher im Tresorraum des Kaufhauses Wertheim – und Motte legte auf. „Dieser Platz ist Teil der Wurzeln unserer Technokultur. Hier lebt der Spirit weiter.“ Roeingh ging es nicht nur um eine Neuauflage seiner einst sehr erfolgreichen Partyparade. Der 59 Jahre alten DJ nutzte die Gelegenheit, um die Verdrängung der elektronischen Tanzmusik durch strenge Behördenauflagen, Lärmschutzauflagen und steigende Mieten zu beklagen. Er empfahl ihren Schutz als immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO (der Antrag soll in diesem Jahr gestellt werden) – und einen offiziell anerkannten Feiertag der elektronischen Tanzmusikkultur.

Spenden statt Sponsoren

Was die Love-Parade angeht, wünscht sich Roeingh eine Finanzierung durch Spenden, nicht Sponsoren. Für fünf Euro können Fans kleine Raver-Figuren kaufen, die dann auf einem 50 Meter langen Modell der Straße des 17. Juni aufgebaut werden sollen. „Ziel ist es, bis zu 1,5 Millionen Mini-Raver und Mini-Raverinnen aufzustellen“, sagte Roeingh. Die Straße des 17. Juni war traditionelle Loveparade-Meile. Das Modell steht auf dem Gelände des Einkaufszentrums in der Leipziger Straße.

Die Loveparade, die 1989 mit 150 Technofans unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ auf dem Kurfürstendamm begonnen hatte, wurde später zum Millionenspektakel, der Rave von einem anderen Veranstalter übernommen. Seit dem verheerenden Unglück mit Toten und Verletzten in Duisburg 2010 hat es keine neue Ausgabe mehr gegeben.

„Seit Jahren häufen sich die Fragen an mich, wann kommt die Loveparade zurück“, sagte Roeingh am Montag. „Die Sehnsucht scheint riesig zu sein.“ In den Monaten nach der Katastrophe von Duisburg hatte der DJ eine Neuauflage noch ausgeschlossen. „Die Loveparade ist vorbei, die kann es nach Duisburg nicht mehr geben“, schrieb er damals in der „Zeit“.

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Loveparade
Angehörige erinnern an Opfer

Opfer- und Hinterbliebenenverbände des Duisburger Unglücks unterstützten den Vorschlag: Der Verein Lopa 2010, der Betroffene vertritt, kommentierte: „Wir sind der Ansicht, es sollte wieder so eine Veranstaltung geben.“ Gleichzeitig kritisierten die Hinterbliebenen den Umgang mit den Opfern und deren Angehörigen. Bis heute sei kein Spendengeld gezahlt worden. Auch die Nachsorge sei immer noch mangelhaft und verschlimmere die Lage von Betroffenen.

Quelle: elwi./dpa
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