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Ein Mann will nach oben

Christopher Lauer
Foto: Science Photo Library

11.01.2019 · Wernher von Braun gilt als Vater der Raumfahrt: als genialer Konstrukteur jener Raketen, mit denen die Amerikaner vor fünfzig Jahren zum Mond geflogen sind. Aber stimmt diese Legende? Gerade der Beginn seiner Karriere lässt daran zweifeln.

I n diesem Jahr ist es ein halbes Jahrhundert her, dass Apollo 11 zum Mond geflogen ist – und wenn es fünfzig Jahre Mondlandung zu feiern gibt, wird wieder die Heldensage Wernher von Brauns erzählt: jenes Mannes, der uns als Erfinder der modernen Raketentechnik, als Vater der Raumfahrt gilt.

Diese Sage geht ungefähr so, dass Wernher von Braun sich schon in frühester Kindheit für Raketen und den Weltraum begeisterte. Er war gerade zwanzig, da wurde sein außerordentliches Talent von der Reichswehr entdeckt – und das Militär engagierte ihn, damit er Raketen für die deutsche Armee entwickelte und baute. Mit zweiundzwanzig schrieb er eine, natürlich wegweisende, Dissertation über Raketentechnik an der Universität Berlin. Mit fünfundzwanzig wurde er Technischer Leiter der Heeresversuchsanstalt Peenemünde, wo er die Rakete A4 entwickelte. Die wiederum wurde im Zweiten Weltkrieg als „Vergeltungswaffe 2“, kurz V2, vor allem auf englische Städte geschossen. Die V2, da sind sich die Historiker einig, ist die einzige Waffe in der Geschichte der Menschheit, bei deren Herstellung mehr Menschen getötet wurden als bei deren Einsatz. Unter welch bestialischen Bedingungen NS-Arbeitssklaven die Waffe bauen mussten, wurde von Rainer Eisfeld in seinem Buch „Mondsüchtig“ aufgearbeitet.

Rudolf Nebel und Wernher von Braun Foto: SZ Photo

Obwohl Braun also für die Herstellung einer Kriegswaffe verantwortlich war, wollte er, so geht die Sage weiter, von Peenemünde aus immer nur ins All. Nachdem er sich mit seinen engsten Gefolgsleuten gegen Ende des Zweiten Weltkrieges nach Bayern abgesetzt und sich der US-Armee gestellt hatte, sollte Wernher von Braun fortan für die Amerikaner Raketen entwickeln. Er baute eine Kurzstreckenrakete für den Koreakrieg; die Jupiter-Rakete, mit der der erste amerikanische Satellit ins All geschossen wurde. Und schließlich baute er die gewaltige Saturn V., die 1969 Neil Armstrong und Edwin Aldrin zum Mond brachte. 1972 verließ Braun die Weltraumbehörde Nasa, da der US-Kongress deren Budget stark gekürzt hatte und eine von ihm propagierte Mars-Mission damit unmöglich wurde. 1977 starb er, im Alter von fünfundsechzig Jahren.

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Quelle: F.A.S.