FAZ plus ArtikelKontroverse um „The Crown“

Sollen das wirklich die Windsors sein?

Von Gina Thomas, London
10.12.2020
, 07:00
Oberhaupt einer Sippe, die sich im goldenen Käfig auf Kosten anderer amüsiert? Olivia Colman spielt in der aktuellen Staffel von „The Crown“ Elisabeth II.
Als zwei Frauen den ganzen Laden schmissen: Der Streit um den Wahrheitsgehalt der jüngsten Staffel der Netflix-Serie „The Crown“ geht unvermindert heftig weiter. Das eigentliche Opfer ist bereits identifiziert.

Der Sturz von Margaret Thatcher ist der Stoff, aus dem Dramen sind. Von jenem 13. November 1990 an, an dem Kabinettsmitglied Geoffrey Howe mit seiner Rücktrittserklärung den Startschuss für das Rennen um die Führung der Konservativen Partei gab, bis zum Morgen des 29. November, als Margaret Thatcher, mit den Tränen ringend, erklärte, Downing Street „nach elfeinhalb wunderbaren Jahren“ zum letzten Mal zu verlassen, ist jede Minute bühnenreif.

Das politische Schauspiel fällt in die Zeitspanne, welche die vierte Staffel von „The Crown“ abdeckt, in jene Jahre, in denen zwei Frauen den Laden schmissen, wie Prinz Philip am Anfang der Staffel griesgrämig anmerkt. In der Netflix-Serie wird die dichte Abfolge der Ereignisse jener Novembertage auf fünfzehn Minuten komprimiert. Schließlich bilden sie nur eines der Nebendramen über die mitunter als leibhaftige Seifenoper bezeichnete Regentschaft Elisabeths II.

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Autorenporträt / Thomas, Gina (G.T.)
Gina Thomas
Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.
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