FAZ plus ArtikelIdentitätspolitik

„Ich habe mich nach und nach von meiner Idee von ,race‘ entfernt“

Von Annabelle Hirsch
07.05.2021
, 11:49
Der amerikanische Kulturkritiker Thomas Chatterton Williams war überzeugt, dass ein einziger Tropfen „schwarzen Bluts“ einen Menschen Schwarz macht. Dann bekam er ein weißes, blondes Kind und das änderte alles.

Herr Williams, in der kommenden Woche erscheint Ihr Buch „Selbstporträt in Schwarz und Weiß“ auf Deutsch. Der Untertitel lautet „Unlearning Race“. Was bedeutet das?

Wenige Menschen, nur noch eingefleischte Rassisten, würden heute behaupten, dass „Rasse“ einer biologischen Realität entspricht, trotzdem würden viele sagen, dass es zwar ein soziales Konstrukt ist, welches aber durchaus Lebensrealitäten bedingt und beschreibt. Diese Vorstellung, es gebe ein grundsätzliches Schwarzes und ein Weißes In-der-Welt-Sein, das automatisch mit Vor- und Nachteilen einhergeht, schließt Individualität aus. Damit fühle ich mich unwohl.

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Thomas Chatterton Williams: „Selbstporträt in Schwarz und Weiß: Unlearning Race“. Aus dem Englischen von Dominik Fehrmann. Edition Tiamat, 184 Seiten, 24 Euro.

Quelle: F.A.S.
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