FAZ plus ArtikelUmbenennung von Straßen

Der Antisemit im Briefkopf

Von David Lindenfeld
29.11.2021
, 05:44
Der Namensgeber dieser Straße war ein antisemitischer Vordenker der Nationalsozialisten.
Berlin-Steglitz hält Heinrich von Treitschke die Treue, Stuttgart nicht: Was die Umbenennung von Straßennamen angeht, herrscht in Deutschland bunte Vielfalt. Wieso ist das so?
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Es tut sich etwas auf Deutschlands Straßen. Zumindest an den Ecken und Kreuzungen der Großstädte. Dort rücken an vielen Stellen die Namen von Orten, Plätzen und Wegen vermehrt in den Fokus einer öffentlichen Diskussion, in der alte Weltbilder mit dem neuen Zeitgeist kollidieren. Die Mohrenstraße in Berlin-Mitte, deren Umbenennung inzwischen beschlossen wurde, ist eines der prominentesten Beispiele der jüngeren Vergangenheit für eine bisweilen emotional geführte Debatte.

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Doch es gibt auch Fälle wie den der Treitschkestraße, die in Stuttgart schon im Jahr 2010 in Fritz-Bauer-Straße umbenannt wurde, was damals weitaus weniger überregionales Medieninteresse erregte. Weil der Fall so eindeutig ist? Heinrich von Treitschke war Historiker, Publizist – und Antisemit. In einem Aufsatz schrieb er 1879 den Satz, der den sogenannten Berliner Antisemitismusstreit auslöste und später am Fuß der Titelseite des nationalsozialistischen Hetzblattes Der Stürmer zu lesen war: „Juden sind unser Unglück.“

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Lindenfeld, David
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