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FAZ plus Artikel100 Jahre Spartakusaufstand

Krieg im Zeitungsviertel

Von Jürgen Wilke
 - 17:56
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Die zweite Januarwoche 1919 in Berlin war eine besonders dramatische. Zwar hatten, bedingt durch die Kriegsniederlage und die Abdankung des Kaisers, schon am 9. November 1918 sozialrevolutionäre Unruhen in der Reichshauptstadt begonnen. Linksgerichtete Demonstrationen unterschiedlicher Couleur brachten den Einsatz von Waffengewalt mit sich. Insbesondere die SPD, die von ihr abgespaltene USPD und der Spartakusbund (KPD) kämpften um die Vormacht auf der Straße. Die Auseinandersetzungen forderten erste Todesopfer, die unter großem Pomp beigesetzt wurden.

Als am 10. Dezember mit den Gardetruppen die aus dem Krieg heimkehrenden Soldaten einzogen, stieg das Gewaltpotential in der Stadt. Selbst an Weihnachten gab es schwere Gefechte um das Schloss und den Marstall. Doch kulminierten die Schießereien erst kurz nach dem Jahreswechsel im Berliner Zeitungsviertel. Diese Episode illustriert, wie revolutionäre Bewegungen in der Moderne nicht allein darauf aus sind, die politische und militärische Herrschaft zu erringen. Sie wollen auch die Mittel zur Information und Meinungsbildung der Bevölkerung in die Hand bekommen: seinerzeit die gedruckte Presse, später, in ähnlichen Fällen, auch die anderen Medien der Massenkommunikation.

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Jürgen Wilke ist Professor emeritus für Publizistik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Quelle: F.A.Z.
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