FAZ plus ArtikelUniversitäten und Corona

Was in der Pandemie an den Unis läuft

Von Novina Göhlsdorf
19.07.2021
, 13:49
Endlich überhaupt mal in der Uni: Studierende sitzen in einem Hörsaal kurz vor einer Klausur mit Sicherheitsabstand im März 2021  im Biozentrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Kürzlich behauptete die Bundesforschungsministerin, dass an den Universitäten im Moment gar nichts stattfindet. Stimmt das? Eine Recherche zum Ende des dritten Coronasemesters.
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Die erste Corona-Welle in Deutschland kam auch für die Universitäten völlig überraschend. Im Frühjahr 2020 war die Lehre für das Sommersemester längst geplant, Forschungsvorhaben waren bewilligt, Archivbesuche vorbereitet und Tagungsprogramme veröffentlicht. Studienanfänger hatten schon nach WG-Zimmern gesucht und Vorlesungsverzeichnisse durchgesehen. Dann kam Mitte März der Lockdown und mit ihm die Ansage, an den Hochschulen könne nicht mehr in üblicher Weise geforscht und gelehrt werden. Alles, was es irgend zuließ, musste „auf online“ umgestellt werden; alles andere wurde erst mal unterbrochen oder abgesagt. Wohl niemand ahnte, dass ein universitärer Alltag, in dem sich Studierende und Lehrende in Hörsälen, Seminarräumen und Laboren körperlich begegnen, drei Semester lang nicht zurückkehren würde.

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Bis heute ist unklar, was das nächste Semester bringen wird. Von einer vorsichtigen Öffnung der Unis ist die Rede, von einer wenigstens zu Teilen wieder realisierbaren Lehre und Forschung vor Ort, unter Wahrung von Hygieneregeln und in Abhängigkeit von Impfungen oder Tests. Auf die Universitäten ausgerichtete gebündelte Impfaktionen hat es aber nicht gegeben. Viele Studierende, die gar nicht erst aus ihrem Elternhaus ausgezogen sind, rätseln, ob sie nun nach einem Zimmer in der Stadt Ausschau halten sollten, an deren Uni sie eingeschrieben sind. Lehrende machen sich gefasst darauf, sämtliche Kurse für den Herbst in drei Varianten zu entwerfen: im Online-, Offline- und sogenannten Hybridformat, online und offline. Ein beträchtlicher Mehraufwand – nach drei für viele stark belastenden Semestern mit ungezählten unbezahlten Überstunden.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Göhlsdorf, Novina
Novina Göhlsdorf
Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
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