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Schmerzensgeld für Aktionäre

Aareal Bank zahlt wohl trotz Krise hohe Dividende

Von Hanno Mußler
Aktualisiert am 25.03.2020
 - 16:38
ARL: Kürzel der Aareal Bank auf einer Börsentafel
Rund 50 Prozent hat die Aktie des Wiesbadener Immobilienfinanzierers seit einem Monat verloren. Die Dividendenrendite könnte enorm ausfallen, weil an der Ausschüttung wohl festgehalten werden soll.

Rund 50 Prozent hat die Aktie des Wiesbadener Immobilienfinanzierers Aareal seit einem Monat verloren, damit gehört die Aktie in diesem Crash zu den fünf schlechtesten im M-Dax. Der Kursverfall treibt nun seltsame Blüten. Denn die Aareal Bank hat im Februar angekündigt, 2 Euro Dividende zu zahlen, damit kommen am Mittwoch zu einem Kurs von 14,50 Euro eingestiegene Aktionäre auf eine riesige Dividendenrendite von 13,8 Prozent. Doch nach der Mahnung von Deutschlands obersten Bankenaufseher Felix Hufeld an alle Institute, mit ihren Kapitalressourcen sorgfältig umzugehen, setzte auch in der Aareal noch einmal Nachdenken ein.

Allerdings ist für Aareal die europäische Bankenaufsicht zuständig, und die hat offenbar keine Bedenken. Daher entschied sich der Vorstand um den Vorsitzenden Hermann Merkens und Finanzvorstand Marc Heß nach Informationen aus Finanzkreisen am Mittwoch dafür, im in den nächsten Tagen erscheinenden Geschäftsbericht für die Hauptversammlung am 27. Mai am Vorschlag einer Dividende von 2 Euro festzuhalten.

Dass der Aareal-Vorstand die Dividende nicht kürzt, finden manche Beobachter seltsam. Ein führender deutscher Investmentbanker sagte der F.A.Z. hinter vorgehaltener Hand, Aktionäre hätten kein Recht auf Dividende, auch sie müssten einen Beitrag zur Stabilität des Finanzsystems in der Corona-Krise leisten.

F.A.Z. BANKEN

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Doch Aareal will offenbar ein Zeichen der eigenen Stärke senden. Der Bankvorstand gilt eigentlich als vorsichtig. Dazu passt, dass er erst am Freitag Besitzer einer Nachranganleihe enttäuscht hat, weil er das Geld nicht zum frühestmöglichen Termin am 30. April zurück zahlen will.

Allerdings hat die Aareal Bank nun jedes Jahr wieder die Option, die 300 Millionen Euro schwere und mit gut 7 Prozent verzinste Anleihe zurück zu zahlen. Viele Anleihegläubiger wollten allerdings gern jetzt schon ihr Geld sehen, und am Aktienmarkt werteten viele das Nicht-Sofort-Zurückzahlen als Schwäche. Das Analysehaus Kepler dagegen lobt, dass die Aareal Bank so ihr Geld zusammen hält. Aber wäre es nicht auch besser, die Dividende zu kürzen?

Kredite könnten ausfallen

Dass der Vorstand sich – Stand jetzt – dagegen entschieden hat, mag speziell sein, ist aber zumindest kurzfristig ein üppiges Schmerzensgeld für die leid geprüften Aktionäre. Und Aareal war schon häufiger ein Banken-Sonderling. So nahm sie in der Finanzkrise 2009 anfangs 500 Millionen Euro an Staatshilfe und machte dennoch jedes Quartal Gewinn. Die offenbar aus Vorsicht genommene Staatshilfe, für die sie jedes Jahr hohe 9 Prozent Zins zahlte und 2014 vollständig zurück zahlte, diente dazu, Aareal sicher durch die Krise zu bringen.

Jetzt steht allerdings wieder eine Krise bevor, und als Finanzierer von Einkaufszentren und anderen Gewerbeimmobilien wird die Aareal Bank fast gewiss bald den einen oder anderen Kreditausfall haben. Allerdings hat der Vorstand die Italien-Risiken im vergangenen Jahr schon um 30 Prozent verringert. Die Kernkapitalquote von mehr als 19 Prozent ist viel höher als bei Deutscher Bank und Commerzbank.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Mussler, Hanno
Hanno Mußler
Redakteur in der Wirtschaft.
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