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Schuldneratlas

Ältere Menschen rutschen häufiger in die Schulden

Von Jonas Jansen, Düsseldorf
Aktualisiert am 14.11.2019
 - 15:21
Reicht die Rente? Ein Senior zählt sein Kleingeld.
Der Anteil der über 70-Jährigen, die verschuldet sind, ist zwar noch gering – doch steigt er stark an. Das hat mehrere Gründe. Auch quer durch die Gesellschaft gibt es wenig Aussicht auf Besserung.

Zunehmend geraten ältere Menschen in Deutschland in die Schuldenfalle. Der Anteil jener verschuldeten Personen, die älter als 70 Jahre sind, ist in diesem Jahr um 45 Prozent auf 381.000 gestiegen. Das teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Donnerstag bei der Vorstellung ihres Schuldneratlas mit. Damit ist der Anteil der Schuldner in dieser Altersgruppe besonders stark gestiegen – Menschen im Ruhestand haben laut dem Schuldneratlas drastisch sinkende Chancen, ihre ökonomische Lage zu verbessern, während jüngere Menschen dem „Überschuldungskarussell“ schneller entkommen.

Das Risiko von Altersarmut sei zum einen durch die Rentenreformen der vergangenen Jahrzehnte gestiegen, weil dadurch das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rente gesunken sei. Zudem sei der Niedriglohnsektor gewachsen, auch der Anstieg der Mieten spiele eine Rolle. Zudem nähmen Rentner häufig ihnen zustehende Sozialleistungen nicht in Anspruch.

Insgesamt bleibt der Anteil der Verschuldeten an den über 70-Jährigen mit knapp unter 3 Prozent aber noch der geringste über alle Altersgruppen hinweg. In der Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren liegt die Überschuldungsquote bei fast 18 Prozent. Insgesamt ist diese Quote in Deutschland zum 1. Oktober 2019 erstmals seit sechs Jahren gesunken – allerdings nur minimal auf 10 Prozent. Das bedeutet, dass mehr als 6,9 Millionen Bürger überschuldet sind oder „nachhaltige Zahlungsstörungen“ aufweisen. „Trotz einer langjährigen guten Konjunktur hat sich die Lage nicht verbessert“, sagte Helmut Rödl, Vorstandsmitglied des Bonitätswächters Creditreform.

Von einer Überschuldung seien alle Schichten und Milieus betroffen. Dabei verlieren ökonomische Auslöser wie Arbeitslosigkeit oder eine gescheiterte Selbstständigkeit langfristig an Bedeutung, während Erkrankungen und Unfälle sowie eine „unwirtschaftliche Haushaltsführung“, also meist irrationaler Konsum, wichtigere Gründe werden. Grundsätzlich sind Männer häufiger überschuldet als Frauen. Weil Männer im Schnitt aber höhere Einkommen haben, seien sie in Finanzentscheidungen häufig risikofreudiger, konstatiert der Schuldneratlas. Frauen litten hingegen deutlich stärker unter einem sogenannten „Schuldenstress“, was sich wiederum auch darin äußere, dass sie zurückhaltender mit Ausgaben seien.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Jansen Jonas
Jonas Jansen
Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
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