Rekord

Adidas wird noch viel mehr Geld verdienen

Von Rüdiger Köhn, München
28.07.2017
, 11:29
Adidas-Sportschuhe bleiben beliebt - der Aktienkurs steigt so hoch wie noch nie.
Adidas trumpft auf: Die Anleger sind begeistert von den neuen Geschäftszahlen, der Aktienkurs steigt auf den höchsten Wert aller Zeiten. Hinter dem Erfolg steckt vor allem eine Sache.
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Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller hat am Donnerstagabend seine Gewinnerwartung für dieses Jahr kräftig angehoben und die Anleger entzückt. Gleich nach Eröffnung des Handels sprang der Kurs des Dax-Wertes an und notierte mit mehr als 190 Euro um 9 Prozent höher auf einem Allzeithoch.

In bisher nicht gekanntem Ausmaß hat die Drei-Streifen-Marke die Prognose erhöht. Schneller als erwartet greifen somit die Maßnahmen von Vorstandsvorsitzenden Kasper Rorsted, der von Henkel kommend vor genau einem Jahr zunächst als Vorstand, dann vom 1. Oktober an als Nachfolger von Herbert Hainer die Führung übernahm und den Druck auf notwendige Veränderungen erhöht hat.

Aufgrund der vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal rechnet der Konzern nun mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg von 17 bis 19 Prozent; zuvor wurde ein Plus von 12 bis 14 Prozent bezogen auf den aufgrund von Unternehmensverkäufen angepassten Umsatz von 18,48 Milliarden Euro angenommen. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften soll um 25 bis 28 Prozent auf 1,36 bis 1,39 Milliarden Euro neue Rekordhöhen erreichen; bislang war man von einem Plus von 13 bis 15 Prozent auf 1,2 bis 1,23 Milliarden Euro ausgegangen.

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Die ungebrochen starke Nachfrage nach Sportprodukten, insbesondere von Schuhen, hat im zweiten Quartal noch an Dynamik gewonnen. Die operativen Prozesse auf allen Ebenen wurden verbessert, zeigten eingeleitete Umbaumaßnahmen schneller Erfolge. Damit erhöhte sich die Effizienz, die die Ertragskraft beträchtlich gestärkt hat. Anlässlich der Bekanntgabe der Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2017 war Rorsted noch vorsichtig und behielt die Prognose trotz erkennbarer Zunahmen von Umsatz- und Gewinndynamik bei. Nun aber zeichnet sich eine Nachhaltigkeit der Entwicklung ab.

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Prognosen überzeugen

Mehr noch: Für die zweiten Jahreshälfte sagt Adidas sogar schon weiter verbesserte Bruttomargen und operative Prozesse voraus. Das rechtfertigt offenbar die erhöhte Prognose zum jetzigen Zeitpunkt in diesem Umfang. Auch wenn Adidas in seiner Mitteilung über die vorläufigen Zahlen keine Angaben dazu macht: Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dürfte auch die Aufholjagd aus dem amerikanischen Markt sein. Dort hat Adidas in den vergangenen Quartalen schon eine besonders starke Entwicklung aufzuweisen und einen Lauf zu haben. Mit hohen, überdurchschnittlichen Zuwachsraten holt die Sportmarke dort verlorengegangene Marktanteile zurück.

Starke Zahlen hatte es bereits im ersten Quartal gegeben; das zweite fiel noch besser aus. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 19 Prozent und nominal um 20 Prozent auf 5 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nahm „nur“ um 18 Prozent auf 505 Millionen Euro zu. Denn im Vergleichswert des Vorjahres war ein hoher Einmalertrag von 70 Millionen Euro aus dem vorzeitigen Ende des Sponsorenvertrages mit dem englischen Fußballklub FC Chelsea enthalten. Der Gewinn aus den fortgeführten Bereichen stieg um 16 Prozent auf 347 Millionen Euro. Details werden erst nächsten Donnerstag genannt.

Allerdings wird unter dem Strich noch ein anderer, niedrigerer Wert erscheinen. Denn die seit langem geplanten Verkäufe von schwachen, nicht zum Kern der Konzerns gehörenden Geschäften, konnten nur mit hohen Verlusten von zusammen rund 200 Millionen Euro vollzogen werden. Im Mai wurde die Abgabe der Golf-Bereiche Taylor Made, Adams Golf und Ashworth an den Finanzinvestor KPS Capital Partner zum Kaufpreis von 390 Millionen Euro bekanntgegeben. Am Donnerstag gab Adidas den Verkauf der Eishockey-Marke CCM an Birch Hill Equity Partners für rund 95 Millionen Euro an. So hoch dürfte auch der Verlust sein, den die Herzogenauracher dafür hinnehmen müssen.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Köhn, Rüdiger (kön.)
Rüdiger Köhn
Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.
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