Aktien-Analyse

Seadrill-Aktie lockt mit einer stattlichen Dividendenrendite

25.08.2011
, 17:56
Seadrill verfügt über eine modere Flotte
Der jüngste Kursrutsch an den Weltbörsen ist für investierte Anleger ärgerlich. Doch Neueinsteigern bietet die Situation dank günstiger gewordenen Bewertungen auch Chancen. Etwa beim dividendenstarken Ölplattform-Betreiber Seadrill.
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Während allgemein das jüngste turbulente Kursverhalten an den Weltbörsen wegen der ungelösten Schuldenproblematik in den Industriestaaten durchaus nachvollzogen werden kann, fällt es bei einigen Einzelwerten schwer, die Gründe für ein schwaches Kursverhalten konkret zu benennen. Beispielsweise trifft das auf den norwegischen Ölplattform-Betreiber Seadrill zu.

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Dessen Aktie hat bereits im ersten Quartal angefangen zu schwächeln. Nachdem am 25. Februar noch bei 215 Kronen ein Rekordhoch markiert werden konnte, ging es anschließend mit dem Kurs der auf den Bermudas domilizierten Gesellschaft bis zum 08. August im Jahrestief hinunter bis auf 148 Kronen. Das entspricht einem satten Minus von gut 31 Prozent

Beim Versuch, dieses schwache Kursverhalten zu begründen, stoßt man auf Erklärungsansätze wie der Sorge vor einem nachhaltig fallenden Ölpreis. So ein Szenario ist zwar nie ganz auszuschließen, aber die Auswirkungen auf Seadrill sollten selbst bei dieser Konstellation kurzfristig begrenzt sein. Schließlich handelt die Gesellschaft immer langfristige Kontrakte mit ihren Kunden aus, die unabhängig vom Ölpreis sind.

Bild: Tai-Pan

Umsatz unter, Gewinn über den Erwartungen

Ebenfalls nicht nachvollziehbarer werden die Kursverluste mit Blick auf die geschäftliche Entwicklung. Auf die an diesem Donnerstag erfolgte Vorlage der Quartalszahlen reagiert der Kurs zwar mit einem Tagesverlust von fast einem Prozent auf 162 Kronen, aber im Grunde genommen ist das Zahlenwerk ansprechend ausgefallen.

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Beim Umsatz, der von 933 auf 995 Millionen Dollar gesteigert werden konnte, wurden die Analystenerwartungen von 1,01 Milliarden Dollar zwar knapp verfehlt, dafür sah es beim Gewinn besser aus. Denn dem Offshore-Ölbohrunternehmen ist es im zweiten Quartal gelungen, den Reingewinn von 316 Millionen auf 615 Millionen Dollar zu verbessern. Der Gewinn je Aktie kam gleichzeitig von 0,72 auf 1,29 Dollar voran. Bereinigt lautete der Gewinn je Aktie auf 1,34 Dollar. Dies lag deutlich über den durchschnittlichen Schätzungen der Analysten von 0,69 Dollar.

Beim Gewinn ist zwar ein Erlös aus dem Verkauf aus dem Flottenbestand zu berücksichtigen, Analyst Kim Andre von Terra Markets sprach aber dennoch davon, dass die „Cash-Flow-Maschine“ Seadrill weiterhin gut funktioniere. Und wenn es nach der Einschätzung des Vorstandes von Seadrill geht, dann wird sich daran so schnell auch nichts ändern. Der Gewinn nach Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) soll im dritten Quartal jedenfalls weiter steigern. Und grundsätzlich lautet das Ziel, ein jährliches Ebitda von drei Milliarden Dollar zu erzielen.

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Attraktive Bewertungsrelationen

Helfen soll dabei die Tatsache, dass die Norweger über die vermutlich modernste Flotte im Bereich der Öl-Tiefseebohrungen verfügen. Diese Rechnung könnte durchaus aufgehen, weil die verschärften Umweltvorschriften dazu führen, dass die Öl-Unternehmen beim Vertragsabschluss das modernste Equipment bevorzugen. Ablesen lässt sich dieser Trend auch in einer im Offshore-Bereich erreichten Steigerung der Auslastung von 94 auf 97 Prozent. Außerdem ist die bilanziell mit Verbindlichkeiten von 2,1 Milliarden Dollar, Eigenkapital von 7,1 Milliarden Dollar und Barmitteln von 488 Millionen Dollar ausgestatte Gesellschaft ständig auf der Suche nach lukrativen Zukäufen.

Unter der Annahme, dass zur Befriedigung des weltweit steigenden Ölbedarfs die Erschließung tieferer und entlegener Ölquellen auf künftig sehr wichtig bleiben wird, erscheint Seadrill viel versprechend aufgestellt. Wie schwer manche Anleger heutzutage dennoch zufrieden zu stellen sind, zeigt sich auch am teilweise zu vernehmenden Mäkeln am gefassten Dividendenbeschluss. Dabei bewegt sich die für das zweite Quartal angekündigte Dividende von 0,75 Dollar exakt im Rahmen der bisherigen Vorgabe, wonach die Quartalsdividende langfristig 0,70 Dollar betragen soll und über die nächsten vier Quartale hinweg jeweils 0,05 Dollar zusätzlich ausgeschüttet werden soll.

Rechnet man die im September zu zahlende Dividende von 0,75 Dollar auf vier Quartale hoch, dann bedeutet der sich daraus ergebende Wert von 3,00 Dollar beim aktuellen Aktienkurs eine Dividendenrendite von fast 10 Prozent. Zusammen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2011 von knapp unter 10 kann von einer attraktiven Bewertung gesprochen werden. Dividendenjäger kommen bei diesem Wert auf jeden Fall bis auf Weiteres auf ihre Kosten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @JüB
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