Aktiencheck

Schweizer Börse bietet selektiv noch günstige Werte

24.03.2005
, 17:01
Wie viel andere auch hat sich in den vergangenen Monaten die Schweizer Börse von ihren Tiefs der Baisse erholt. Im Unterschied zu anderen ist sie noch fair bewertet, einzelne Werte scheinen sogar günstig zu sein.
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Vergleicht man die internationalen Börsen anhand der Marktkapitalisierung, dann kommt man zu erstaunlichen Resultaten. So sind knapp 41 Prozent aller Börsenwerte an den Märkten in den Vereinigten Staaten zu finden, danach folgt mit einem Anteil von knapp elf Prozent an der Welt-Marktkapitalisierung Japan, gefolgt von Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Kanada.

Mag sich diese Reihung nur beschränkt mit der Wirtschaftsleistung oder der Größe der entsprechenden Region oder des entsprechenden Landes erklären lassen, so wird das bei einem näheren Blick schon schwieriger. Denn so ist zum Beispiel die Marktkapitalisierung der Schweiz mehr als halb so groß wie die der deutschen, obwohl die Schweiz deutlich kleiner ist und obwohl die Einwohnerzahl gerade einmal zehn Prozent der des nördlichen Nachbarlandes entspricht.

Schweizer Kapitalmarkt weit entwickelt

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Gleichzeitig ist die Gesamtsumme der an den Schweizer Börsen gehandelten Aktien etwa doppelt so groß wie jene Chinas oder Brasiliens. Obwohl diese beiden Staaten in punkto Flächenausstattung und Bevölkerungszahlen wahre Giganten sind. Die monetären Größenunterschiede lassen sich wohl nur erklären durch die unterschiedlich starke Entwicklung der Kapitalmärkte in den verschiedenen Ländern und Regionen.

Bild: FAZ.NET

Fakt ist, daß der Schweizer Kapitalmarkt im internationalen Vergleich weit entwickelt zu sein scheint. Das kann sich einerseits durch die Tradition erklären lassen. Denn das Land war schon immer bekannt als Bankenstandort und als guter Platz für die Verwaltung großer Vermögen. Gleichzeitig konnte es auch auf Grund des steuerlichen und gesetzlichen Umfeldes die Zentralen vieler internationaler Unternehmen anziehen.

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Dazu kommt die Tatsache, daß die Unternehmen des Landes auf Grund der geringen Größe und der hohen Kosten des „Binnenmarktes“ schon immer gezwungen waren, sich international zu orientieren, wenn sie wachsen und gedeihen wollten. Das führte dazu, daß sie schon immer innovativ mit den unterschiedlichen wirtschaftlichen Bedingungen und Usancen weltweit umgehen mußten. Auf diese Weise waren sie ideal auf die zunehmende Globalisierung der vergangenen Jahre vorbereitet und konnten davon profitieren.

Markt fair bewertet - selektive Werte scheinen noch günstig zu sein

So kommt es, daß nicht nur in der Pharma-, Nahrungsmittel- und Finanzbranche solche Unternehmensriesen wie Roche, Novartis, Nestle und die UBS entstehen und prosperieren konnten. Sondern es gibt auch eine ganze Reihe mittlerer und kleinerer Unternehmen, die sich gut entwickelt haben oder die auf Grund zwischenzeitlicher Krisen und unternehmerischer Transformationen gereift sind. Das dürfte unter anderem auf Grund des entwickelten Kapitalmarkts möglich gewesen sein.

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Die Internationalisierung dürfte auch ein Grund dafür sein, wieso sich die Börsen in der Schweiz in den vergangenen Monaten vergleichsweise gut geschlagen haben, obwohl die Konjunktur im Inland auf Grund struktureller Probleme nicht sonderlich gut läuft. Denn die Unternehmen profitieren vom teilweise boomenden Weltmarkt. Ausgehend von einem Zwischentief bei 2.568 Punkten im März des Jahres 2003 konnte der marktbreite Swiss Performance Index (SPI) inzwischen knapp 74 Prozent zulegen.

Das muß in einem anhaltend positiven weltwirtschaftlichen Umfeld noch nicht alles gewesen sein. Denn mit einem Kurs-Gewinnverhältnis (KGV) von 15,3 auf Basis der Gewinnschätzungen für die im Index enthaltenen ist der Markt noch fair bewertet.

Blickt man auf die Einzelwerte und setzt ihre aktuellen Aktienkurse ins Verhältnis zu den Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr, so scheint es - zumindest bei genauerer Selektion - noch sehr vernünftige Werte zu geben. Immerhin gibt es im SPI einige Werte, deren KGVe noch unterdurchschnittlich ist.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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