Banken

Die OTP-Aktie hat einen sensationellen Chart zu bieten

10.11.2004
, 10:22
Es ist vollbracht. Seit Ende Oktober 1995 hat sich der Kurs der ungarischen OTP Bank nunmehr verfünfzigfacht. Untermauert wird diese grandiose Bilanz jetzt durch wieder einmal überzeugende Quartalszahlen.
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Wirklich allererste Sahne ist der Chart, den die ungarische Bank OTP zu bieten hat (siehe Grafik). Das beeindruckende Chartbild bedeutet in Performance-Zahlen übersetzt folgendes:

Bei einem aktuellen Kurs von 21,50 Euro hat sich der Aktienkurs nicht nur in diesem Jahr schon locker verdoppelt, sondern er hat sich gemessen am Tief von 0,43 Euro vom 27. Oktober 1995 seitdem verfünfzigfacht. Das ist natürlich aller Ehren wert und entledigt diejenigen Aktionäre, die langfristig dabei geblieben sind, aller finanzieller Sorgen.

Und so wie es aussieht, müssen sich die Anteilseigner nach diesem fulminanten Anstieg noch immer keine allzu großen Gedanken über Gewinnmitnahmen machen. Denn die Geschäfte laufen gut, wie das am Mittwoch veröffentlichte neue Quartalsergebnis zeigt, und worauf die Aktie im Eröffnungsgeschäft auch schon wieder mit weiteren Kursgewinnen reagiert.

Wieder einmal überzeugende Quartalszahlen

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Konkret kann das gemessen am Börsenwert größte heimische Kreditinstitut unter den zehn im Mai zur EU gestoßenen neuen Mitgliedsländern mit folgenden Daten aufwarten: Der Gewinn ist im dritten Quartal 2004 dank der anhaltenden regen Kreditnachfrage um 45,4 Prozent auf 41,18 Milliarden Forint gestiegen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet. Das ist deutlich mehr als der Durchschnittswert von 32,5 Milliarden Forint, den sieben im Vorfeld befragte Analysten erwartet hatten. Nach neun Monaten ergibt sich dadurch ein Gewinnplus von 55,8 Prozent auf 108,36 Milliarden Forint.

Fast schon wie gewohnt ist es OTP mit diesem Zahlenwerk gelungen, die Börsianer erneut zu überzeugen. Das Institut, das mit eine geschickten Akquisitionsstrategie auch außerhalb von Ungarn ein immer wichtigerer Mitspieler wird, ist offenbar in der Lage, vollumfänglich vom günstigen Umfeld, das sich in Osteuropa für Banken bietet, zu profitieren.

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Und das Ende der Wachstumsgeschichte ist noch nicht absehbar, zumindest gehen Experten, wie beispielsweise jüngst in einer neuen Studie die Analysten bei der österreichischen Bank Austria, auch in den nächsten Jahren von einer überdurchschnittlich wachsenden Kreditnachfrage in Osteuropa aus. Zusammen mit dem dort vorzufindenden vergleichsweise hohen Wirtschaftswachstumsraten ist das natürlich in der Tat ein sehr gutes Umfeld.

Aufwärtstrend scheint vorerst nicht ernsthaft gefährdet

Was die Akie selbst angeht, stellt sich trotzdem die Frage, wie es nach dem steilen Anstieg um die Bewertung bestellt ist. In dieser Hinsicht beruhigt es, daß sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Gewinnschätzungen der Analysten bei der österreichischen Raiffeisen Centrobank auf einen noch immer vertretbaren Wert zwischen zehn und elf beläuft.

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So günstig wie früher ist das Papier damit zwar nicht mehr zu haben und ein Teil der guten Geschäftsaussichten steckt schon in der Notiz drin, aber als überteuert ist der Titel deswegen noch nicht zu bezeichnen. Auch der Aufwärtstrend beim Chart zeigt noch keinerlei Ermüdungszeichen, wobei aber nach der jüngsten neuerlichen Kursrally zwischenzeitliche Gewinnmitnahmen nicht auszuschließen sind.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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