Banken

Die ungarische FHB-Aktie eifert dem Höhenflieger OTP nach

11.11.2004
, 11:02
Der Chart zeigt die Entwicklung der FHB-Aktie in Euro
Wie viele andere osteuropäische Bankaktien kennt auch der Aktienkurs des ungarischen Immobilienfinanzierers FHB offenbar nur den Weg nach oben. Anscheinend zu Recht, wie ein sehr guter Quartalsbericht zeigt.
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Bankaktien aus Osteuropa sind momentan ganz einfach „in“. Praktisch schon seit Jahren laufen diese Titel fast ausnahmslos gut. Bestes Beispiel dafür ist die ungarische OTP Bank (Die OTP-Aktie hat einen sensationellen Chart zu bieten), die ihren Kurs seit Ende 1995 verfünfzigfacht hat. Und das Interesse der Anleger ist zuletzt sogar noch weiter gestiegen, wie die rege Nachfrage im Zuge des am Mittwoch erfolgten Börsengangs der polnischen PKO zeigt,

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Um dieses Papier haben sich die Investoren förmlich gerissen, wie ein Plus am ersten Handelstag von 19 Prozent zeigt. Ebenfalls sehr großer Nachfrage erfreut sich die ungarische Bank Foldhitel es Jelzalogbank Rt., kurz FHB genannt. Mit einer seit Ende 2003 verbuchten Kursverdreifachung scheint dieser Titel in die großen Fußstapfen von OTP treten zu wollen.

Sehr gute Quartalszahlen

Und die Kursdynamik ist hier ungebrochen hoch. So ist der Titel am Mittwoch im Vorfeld der Bekanntgabe der neuen Quartalszahlen um 7,5 Prozent auf 12.850 Forint gestiegen. Auch am Berichtstag reicht es zu einem weiteren kleinen Plus bis auf 13.000 Forint, was eine gute Aufnahme des Zwischenberichts signalisiert.

In der Tat kann sich der gemeldete Geschäftserfolg sehen lassen. Denn dem zweitgrößten ungarischen Immobilienfinanzierer ist es im dritten Quartal 2004 gelungen, den Nettogewinn von 2,7 Millionen Forint auf 5,79 Millionen Forint mehr als zu verdoppeln. Die Assets nahmen um 58,4 Prozent auf 403,9 Millionen Forint zu, und lagen damit wie der Gewinn über den Erwartungen.

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Was den Gewinn je Aktie nach den ersten neun Monaten 2004 angeht, so ist diese Kennziffer um 157,8 Prozent auf 788,13 Forint gestiegen. Bei diesen explosiven Wachstumsraten überrascht das starke Interesse der Börsianer nicht. Auch Fondsmanagern zeigen an dem Papier großes Interesse und daran dürfte sich zunächst auch nichts ändern, weil die Bewertung bei einem Börsenwert von nunmehr rund 440 Millionen Dollar noch immer akzeptabel ist und zum anderen die Geschäftsaussichten gut bleiben.

Auszeichnung als beste Wachstumsaktie

Den Ritterschlag hat die Aktie in dieser Woche dadurch erhalten, daß die renommierte und auf Osteuropa spezialisierte schwedische Fondsgesellschaft East Capital dem Unternehmen bei den East Capital 2004 Awards dem Titel „Beste Wachstumsstory in Osteuropa verliehen hat. Zur Begründung heißt es, dem erst 1997 gegründeten Institut sei es durch stramme Wachstumsraten gelungen, zu einem der dominierenden Wettbewerber im lukrativen Markt mit ungarischen Hypothekenkrediten zu avancieren.

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Als ein kleiner Stolperstein für den Aktienkurs könnte sich das Vorhaben des Staates erweisen, sich demnächst eventuell in Form von einer Wandelanleihe von seinem verbliebenen Anteilen an FHB zu trennen. Bisher hat dieses Damoklesschwert das erst seit November 2003 börsennotierte Unternehmen, das übrigens erfreulicherweise mit einem sehr detaillierten Quartalsbericht aufwartet, aber nicht an steigenden Kursen gehindert. Und das hohe Nachfrage nach osteuropäischen Bankaktien spricht dafür, daß auch eine weitere Platzierung von FHB-Aktien problemlos vom Markt aufgesaugt werden kann.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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