Charttechnik

Analysten sehen Dax auf dem Weg Richtung Jahreshoch

06.10.2004
, 08:42
Mit dem Dax soll es wieder aufwärts gehen
Die Charttechniker sind sich einig wie selten. Der Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 4.000 Punkten hat dem Dax die Chance für einen Anlauf in Richtung 4.175 Punkten eröffnet.
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Zum ersten Mal seit drei Monaten hat der Dax zum Wochenstart den Sprung über die psychologisch wie charttechnisch wichtige Marke bei 4.000 Punkten geschafft. Der Index hat, zur Überraschung vieler Bären unter den Chartechnikern, das zum Ausbruch aus der bisherigen Handelsspanne notwendige Momentum aufgebracht.

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Die weiterhin offene Kurslücke im Bereich von 3.996 bis 4.005 Punkten unterstreicht die momentane Stärke im Index. Sicherlich bekam der Dax die notwendige Unterstützung der amerikanischen Indizes. Das Öl, das in den vergangenen Wochen eine belastende Rolle an den Börsen spielte, trat kurzfristig in den Hintergrund. Und dies, obwohl die Futures weiterhin nahe ihren Höchstkursen notieren.

Auf Höhe der Jahreshochs dürfte es dann wieder schwieriger werden

Auf Sicht der kommenden fünf Handelstage rechnen die technischen Analysten der SEB Bank auf Grund der sowohl kurz- als auch mittelfristig positiven Impulse aus dem technischen Umfeld mit einem gut behaupteten Dax. Der Index werde sich nach dem Rücklauf an die 4.029-Punkte-Marke in Richtung des Widerstands bei 4.102 Punkten orientieren.

Der Chart zeigt die Entwicklung beim Dax
Der Chart zeigt die Entwicklung beim Dax Bild:

Bis dahin sollten die mittelfristigen Trendimpulse gegenüber dem zunehmenden Überkauft-Szenario dominieren. Eine technisch bedingte Gegenbewegung mit begrenztem Ausmaß sollte das vorläufige Aufwärtstrend-Szenario mit den Begrenzungen bei aktuell 3.885 bzw. 4.073 Punkten nicht gefährden.

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Mit diesem Szenario verbunden wäre der Ausbruch aus dem mittelfristigen Abwärtstrend in der Wochentechnik, dessen obere Begrenzungslinie bei aktuell 4.025 Punkten verlaufe. Nach unten sei der Dax durch den Überhang an mittelfristig positivem Trendpotenzial gut gestützt.

Auf Sicht der nächsten fünf Handelstage mögliche Gegenbewegungen sollten auf die Unterstützungen bei 3.980 Punkten, im Maximum bei 3.933 Punkte, begrenzt bleiben. Auch wenn auf Sicht der nächsten Handelstage die Jahreshochs bei 4.151 bzw. 4.175 Punkten in Reichweite geraten, erachten die Analysten der SEB Bank einen zügigen Ausbruch für relativ unwahrscheinlich.

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Kurze Verschnaufpause wäre kein Problem

Auf Grund der positiven mittelfristigen Markttechnik sehen die Markttechniker der Bayerischen Landesbank gute Chancen, daß der Dax das Juni-Hoch bei 4.100 Punkten überwinden und den Weg in Richtung Jahreshoch fortsetzt. Unterstützt werde diese Aussage durch den nach oben drehenden MACD auf Wochenbasis, der ein Einstiegssignal generiere.

Auch wenn der Dax momentan von den Kurzfrist-Indikatoren Rückenwind bekomme, werde sich der Index zunächst eine Verschnaufpause gönnen, um die Gewinne der vergangenen Tage zu verdauen. Ein nochmaliges Unterschreiten der 4.000er-Marke würde am positiven Bild nichts ändern.

Für eine Atempause spreche, daß der Dax die Obergrenze des von Bollinger-Bändern definierten Trendkanals leicht übertroffen habe. Ein Ausbruch aus diesem Kanal sei selten und meistens nur von kurzer Dauer. Die äußeren Bänder stellten häufig den Ausgangspunkt für eine Bewegung in Richtung des Zentrum des Kanals dar.

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Noch keine Spur von Euphorie

Auch nach Einschätzung der Marktstrategen von Helaba Trust stehe im Dax der Test der oberen Begrenzung der seit einem dreiviertel Jahr andauernden Konsolidierung um 4.050/4.100 Punkte bevor. Falls auch diese, das Trendbild bestimmende Hürde genommen wird, wäre mit der Neuausrichtung des Aufwärtstrends weiteres Potenzial erschlossen. Wegen der Stärke der technischen Barriere sei zumindest eine erneute Orientierungsphase nicht ausgeschlossen.

Der Dax ist auch nach Aussage des technischen Analysten Wieland Staud von Staud Research auf gutem Weg in Richtung eines neuen Jahreshochs und damit zu Kursen über 4.175 Punkten. Ein Blick auf das Sentiment zeige, das trotz der deutlichen Kursgewinne von “überschäumendem Optimismus oder Euphorie“ noch keine Spur zu erkennen sei. Das bisher gesehene Marktrisiko nimmt der Analyst auf 3.750 von 3.619 Punkten hoch, das aktuelle Konsolidierungspotenzial wird auf 3.880 Punkte von bisher 3.750 Punkten nachgezogen.

Überzeugende Entwicklung auch beim Stoxx-50-Index

Auch der Stoxx-50-Index erreichte in nur zwei Handelstagen wieder die Höchstkurse aus dem Juni und landete damit eine handfeste Überraschung. Im Chart gelang per Freitag ein Schlußkurs oberhalb der 200-Tage-Linie und oberhalb der absoluten Widerstandszone bei rund 2.700 Punkten.

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Die Oszillatoren drehen nach Aussage des technischen Analysten Manfred Wolter von der Landesbank Rheinland Pfalz nach oben und der MACD präsentiert nur wenige Handelstage nach dem negativen Schnitt ein bullishes Rebreak.

Im internationalen Umfeld beeindrucke die positive Dynamik, mit der täglich technische Hürden erreicht und am nächsten Tag überwunden werden. Probleme könnten momentan allenfalls durch die durchschnittlichen Umsätze im Euroraum und durch ein “Timing-Problem“ mit den Arbeitsmarktdaten aus Amerika am Freitag entstehen.

Abgesehen vom diagonalen Trendwiderstand liege die nächste große Hürde erst nahe dem Jahreshoch bei 2.800 Punkten. Die Zone um 2.700 Punkte und die 200-Tage-Linie sollten nicht mehr unterschritten werden, heißt es abschließend.

Quelle: Dow Jones-VWD
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