Derivate

ClickOptions - die etwas andere Art des Derivatehandels

18.12.2003
, 08:33
ClickOptions, eine Tochter französischen Großbank Société Générale, bietet Optionen im „Wettscheinformat“ an. Bei allen denkbaren Vorteilen dürfte sich das Angebot tendentiell an hartgesottene Zocker richten.
ANZEIGE

Waren die Produkte noch vor ein paar Jahren noch verboten, so hat sich Deutschland zwischenzeitlich zum „Land der derivativen Produkte“ gemausert. Das Geschäft begann sich im internationalen Vergleich spät, aber dafür um so rasanter zu entwickeln. Das zeigt sich nicht nur am stürmischen Erfolg der Eurex, sondern auch an der immer mehr aufblühenden Landschaft mit Optionsscheinen und anderen verbrieften Produkten aller Art.

ANZEIGE

Das Angebot ist so vielfältig und manchmal auf Grund der Bezeichnungen der Produkte so verwirrend, daß Anleger leicht die Übersicht verlieren können. Wer sich die Details des einzelnen Produktes nicht genau betrachtet, kann schnell daneben greifen. Und trotz der Palette an Produkten kommt es immer wieder einmal vor, bei einer Anlageidee auf die Schnelle nicht das richtige Produkt zu finden. Sei es, weil es sich dabei um eine spezielle Nische handelt oder weil der Markt sich rasch bewegt hat und die Konditionen der bestehenden Produkte nicht mehr aktuell genug sind, um davon profitieren zu können. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Ausübungspreise von Optionsscheinen, Discountzertifikaten oder ähnlichen meilenweit vom Markt entfernt sind.

Optionen im „Wettscheinformat“

Eine besondere Variante der Wetten auf die Kursentwicklung von Wertpapieren, Indizes oder anderen Basiswerten bietet ClickOptions, eine Tochter der französischen Großbank Société Générale. „Anleger können aus acht standardisierten und leicht verständlichen Optionen auswählen (siehe unten). Neben den klassischen Kursrichtungen Hausse und Baisse ist bei Anlegern auch das Produkt „Tunnel“ gefragt, mit dem Anleger auf seitwärts laufende Kurse setzen können,“ heißt es dort so schön.

Das Verhältnis zwischen Risiko und möglichem Ertrag sei für den Anleger leicht überschaubar und sofort am Preis des jeweiligen Produktes erkennbar. Denn er schwanke zwischen 0 und 100, wobei er jeweils gleichzeitig die „Eintrittswahrscheinlichkeit“ eines Ereignisses angebe. So kostete beispielsweise am 12. November ein so genannter „StayLo“ auf den Dax, mit dem man darauf wetten konnte, daß der Dax bis zum 12. Dezember nicht über die Marke von 3.850 Zählern steigen werde, 48,43 Euro. Sollte der Anleger recht behalten, würde er am Ende der Laufzeit einen Betrag von 100 Euro zurückerhalten. Das wäre im besten Falle immerhin ein Plus von 106 Prozent. Sollte der Index die Marke allerdings überschreiten, würde die eingesetzte Prämie sofort verfallen und damit zu einem Totalverlust führen. Und die Schwelle wurde tatsächlich überschritten.

ANZEIGE

Aktualität und Individualität vorteilhaft

Ständig wird die Angebotspalette aktualisiert. Täglich kann es bis zu 400 Neuemissionen kommen. Das Maximum an Flexibilität bietet allerdings das Angebot an Anleger, sich „maßgeschneiderte Kursschwellen“ bestellen zu können. Sie sind dann am nächsten Tag auf der Internetseite handelbar. Eine Eigenschaft, die das Angebot für versierte Anleger überaus interessant machen könnte. Allerdings dürfte es sicherlich nicht für Laien geeignet sein. Denn auch wenn ClickOptions offensichtlich versucht, die Intuition der Anleger anzusprechen, damit kommt man hier auf keinen Fall weiter.

Denn um die Produkte tatsächlich beurteilen zu können - es handelt sich um eine elegant verpackte Form exotischer Optionen, wobei beispielsweise ein „Tunnel“ einem Range-Warrant entspricht -, sind komplexe Bewertungsmodelle notwendig. Nur wer über diese verfügt, kann tatsächlich beurteilen, ob die angebotenen Preise einigermaßen fair sind und wie die Produkte auf die verschiedenen preisbestimmenden Parameter reagieren. Alles andere ist die reinste Zockerei, bei der der Anleger mit großer Wahrscheinlichkeit über den Tisch gezogen wird. Denn schließlich sind die Instrumente auch nicht über die Börse handelbar, sondern indirekt wohl nur über die Société Générale. Und die dürfte bei der Preisstellung eine kräftige Gewinnmarge herausschneiden.

ANZEIGE
Quelle: @cri
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE