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CGG-Aktie - riskante Wette auf die Öl- und Gasexploration

04.06.2004
, 13:26
Seismische Ölsuche in Saudi Arabien
Steigende Rohstoffpreise machen Explorationsunternehmen interessanter. Beispielsweise die französische Compagnie Générale de Géophysique (CGG). Die Aktie hat jüngst deutlich zugelegt, ist allerdings nicht ohne Risiken.

Das Öl befindet sich auf Grund der jüngsten Preissteigerungen in aller Munde. Denn beinahe jeder ist direkt oder indirekt davon betroffen. Sollte der Ölpreis auf dem erreichten Niveau verharren oder sogar weiter steigen, könnte die konjunkturelle Entwicklung weltweit negativ beeinflußt werden. Denn Geld, das zusätzlich für Energie ausgegeben werden muß, fehlt an anderen Stellen und könnte so beispielsweise die Konsumausgaben dämpfen.

Der jüngste Preisanstieg mag zum Teil spekulativ begründet sein und sich möglicherweise wieder etwas mäßigen. Allerdings sollte er die Aufmerksamkeit auf die Tatsache gelenkt haben, daß die Nachfrage rasant zunimmt und sich das Angebot auf der anderen Seite nicht unendlich ist. Es wird immer schwieriger und teurer, neue Vorkommen zu entdecken, zu erschließen und auszuschöpfen. Damit dürfte zumindest längerfristig der Ölpreis weiter steigen.

Umsatz- und deutliche Ertragssteigerung

Es gibt Unternehmen, die von dieser Entwicklung profitieren können. Dazu dürfte beispielsweise die französische Compagnie Générale de Géophysique - oder kurz CGG - gehören. Die Firma ist darauf spezialisiert, Öl- und Gasunternehmen bei der Suche nach neuen Vorkommen mit geophsysischen Dienstleistungen, der entsprechenden Software und Ausrüstung zu versorgen. Sie bietet ihre Dienstleistungen praktisch auf allen Kontinenten an. Sei es im Amerika, Asien, Europa, Afrika oder auch in der früheren Sowjetunion.

Die Aktie konnte sich in den vergangenen Monaten mit einem Kursgewinn von mittlerweile knapp 350 Prozent von ihrem Tief bei 9,11 Euro erholen und einen mittelfristigen Aufwärtstrend etablieren, der sich allerdings in jüngster Zeit kurz vor der Überwindung des langfristigen Abwärtstrends etwas abschwächt.

Das Unternehmen konnte den Umsatz im ersten Quartal des laufenden Jahres im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum trotz nachteiliger Wechselkurseffekte um 3,25 Prozent auf 161,8 Millionen Euro steigern und den operativen Gewinn um 270 Prozent auf 12,6 Millionen Euro. Der Nettogewinn belief sich auf 6,1 Millionen Euro oder 52 Cent je Aktie, nach einem Verlust von 5,5 Millionen Euro noch im Vorjahr. Anfang Mai verfügte das Unternehmen über einen Auftragsbestand von 305 Millionen Dollar. Das sind 40 Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt ein Jahr zuvor. Auf dieser Basis blickt das Unternehmen optimistisch auf den weiteren Geschäftsverlauf.

Volatiles Geschäft

Auf Basis der - allerdings breit streuenden - Gewinnschätzungen für das laufende Jahr ist die Aktie bei einem durchschnittlich erwarteten Gewinn von 1,036 Euro je Aktie mit einem Kurs-Gewinnverhältnis (KGV) von knapp 40 nicht sonderlich günstig. Davon wurde schon im ersten Quartal die Hälfte erzielt. Nimmt man die aktuellste und gleichzeitig die höchste Gewinnprognose, so liegt das KGV bei 17,6. Die Gewinnprognosen für das kommende Jahr liegen noch deutlich darüber. Auf dieser Basis könnte die Aktie noch weiteres Potential haben.

Wer sich allerdings mit dem Unternehmen beschäftigt, wird die Risiken schnell erkennen. So ist das Geschäft offensichtlich ziemlich unberechenbar. Zur Zeit scheinen sich seismische Ausrüstungen für den Landeinsatz recht gut verkaufen zu lassen und die Nachfrage nach seegestütztem Equipment scheint zuzunehmen. Auf der anderen Seite laufen die angebotenen Dienstleistungen nicht sonderlich gut. Das Unternehmen berichtet vor allem im seegestützten Geschäft von schwachen Preisen. Auf dieser Basis dürften sich Absicherungsstrategien aufdrängen.

Der Chart zeigt die Entwicklung der Aktie der Compagnie Generale de Geophysique (CGG) in den vergangenen Jahren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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