F.A.Z.-Index

Commerzbank bringt ETF

Von Gerald Braunberger
19.10.2011
, 18:09
Der erste börsennotierte Indexfonds (ETF) auf den 50 Jahre alten Aktienindex der F.A.Z. kommt an den Markt.
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Fünfzig Jahre nach der Einführung des F.A.Z.-Index bringt die Commerzbank den ersten Indexfonds (ETF) auf dieses Marktbarometer an den Markt. Der Fonds wurde am Mittwoch an der Computerbörse Xetra sowie an den Börsen Frankfurt und Stuttgart in den Handel eingeführt. „Unser neuer ETF auf den F.A.Z.-Index eignet sich besonders für langfristig orientierte Anleger, die von der Breite und Tradition der deutschen Industrie profitieren möchten“, sagte Thomas Meyer zu Drewer, der Leiter der Commerzbank-Tochtergesellschaft Comstage, die als Emittentin fungiert. Die Comstage hat bisher knapp 100 börsengehandelte Indexfonds aufgelegt, deren Gesamtvolumen sich auf rund 6 Milliarden Euro beläuft.

Der F.A.Z.-Index besteht aus 100 Aktien deutscher Unternehmen und bildet den deutschen Aktienmarkt damit umfassender ab als der Dax mit seinen 30 Werten. Anders als der Dax rechnet der F.A.Z.-Index wie die meisten international bekannten Aktienindizes die ausgeschütteten Dividenden nicht wieder ein.

Dividenden inklusive

Der ETF der Comstage will einerseits die Wertentwicklung des F.A.Z.-Index möglichst exakt nachbilden. Allerdings lässt er Anleger zusätzlich von anfallenden Dividendenzahlungen profitieren. „Dies führt in der Regel dazu, dass sich der Comstage ETF, der auf einem Kursindex basiert, besser entwickelt als der zugrunde liegende Index selbst“, teilt die Emittentin mit. Die Pauschalgebühr für die Anlage in dem Fonds beträgt 0,15 Prozent; eingenommene Erträge werden von dem Fonds nicht ausgeschüttet, sondern reinvestiert. Die deutsche Wertpapierkennnummer (WKN) des Fonds lautet ETF006, die internationale Kennnummer (Isin) wird mit LU0650624025 angegeben. Der ETF der Commerzbank bildet in seiner Anlagepolitik den Index nicht original nach. Das heißt, er investiert Anlegergelder nicht zwingend in die 100 Werte, aus denen der Index besteht. Vielmehr bildet der Emittent die Wertentwicklung des F.A.Z.-Index durch eine Kombination aus einem Portfolio von Aktien großer europäischer (einschließlich deutscher) Unternehmen sowie gut besicherten Terminmarktgeschäften („Swaps“).

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Der F.A.Z.-Index zeige langfristig Muster, wie sie aus dem amerikanischen S&P-Index für 500 Werte bekannt seien, erläuterten Achim Matzke und Sophia Wurm, beides technische Analysten der Commerzbank. Der F.A.Z.-Index habe nach einer langen Seitwärtstendenz in den siebziger Jahren einen langfristigen Aufwärtstrend eingeschlagen, der zu Anfang des vergangenen Jahrzehnts zu einem Abschluss gekommen sei. Seitdem befinde sich der deutsche Aktienmarkt in einer weiteren längerfristigen Seitwärtsbewegung.

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Die nächste Hausse kommt

Die aktuelle Marktphase sehen die beiden technischen Analysten im Einklang mit früheren Erfahrungen. Der deutsche Aktienmarkt sei im Frühjahr 2011 in eine typische Baisse nach Lesart der technischen Analyse eingetreten. Seit wenigen Wochen befinde sich der Markt in einer Zwischenerholung, die noch etwas andauern könne. Darauf folge ein weiterer Rückgang, an den sich die nächste Hausse anschließen dürfte.

Der F.A.Z.-Index steht seit Juni 2011 als Basis von Finanzprodukten zur Verfügung. Seitdem wurden auf den Index und die zu ihm gehörenden zwölf Branchenindizes annähernd 200 Zertifikate und Optionsscheine von sieben Banken begeben. Das Indexprojekt der F.A.Z. wird gemeinsam von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dem Frankfurter Indexunternehmen Structured Solutions AG und der Münchener Baader Bank AG betrieben.

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Ende September wurde eine Reihe neuer F.A.Z.-Aktienindizes auf den Euroraum aufgelegt. Sie unterscheiden sich vom marktführenden Eurostoxx zum einen durch eine breitere geografische Streuung der Werte sowie durch die Gleichgewichtung aller Aktien.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Braunberger, Gerald
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