Aktien

Vier Neue für den F.A.Z.-Index

Von Daniel Mohr
05.05.2015
, 11:10
Neulinge: Zalando, Rocket Internet, Hella Hueck und Ströer
Die Aufnahme von Rocket Internet, Ströer, Zalando und Hella Hueck steigert den Börsenwert im Index um 12 Milliarden Euro. Das erhöht das Gewicht der Nebenwerte.
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Der seit 1961 börsentäglich berechnete F.A.Z.-Index liefert ein breites Abbild der deutschen Wirtschaft. Seine Entwicklung erzählt die deutsche Wirtschaftsgeschichte. Der Wandel ist dabei vom ersten Tag an ein steter Begleiter des 100 Titel umfassenden Aktienindex. Um den Index auch weiterhin aktuell und handelbar zu halten, hat das Indexkomitee, bestehend aus Vertretern dieser Zeitung, der Baader Bank und des Indexanbieters Solactive vergangene Woche vier Änderungen beschlossen, die seit dem gestrigen Montag wirksam sind.

So hat die fortschreitende Übernahme von Aktien des Bezahlsenders Sky Deutschland durch die britische Muttergesellschaft die Handelbarkeit der Sky-Aktien derart stark eingeschränkt, dass sie aus dem F.A.Z.-Index genommen werden mussten. Die nur mäßige Wertentwicklung der Aktien des mittelhessischen Pumpenspezialisten Pfeiffer Vacuum, des sauerländischen Bahntechnikkonzerns Vossloh und des Halbleiterspezialisten Aixtron aus Herzogenrath nahe Aachen hat deren Herausnahme aus dem F.A.Z.-Index nötig gemacht.

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Anders als im Regelwerk der Deutschen Börse ist beim F.A.Z.-Index der gesamte Börsenwert relevant und nicht nur jener, der als Streubesitz definiert wird. Im F.A.Z.-Index sind damit tatsächlich die wertvollsten börsennotierten Unternehmen vertreten, solange die Aktien ausreichend handelbar sind, und nicht vor allem jene, deren Streubesitz besonders hoch ist.

Zalando im Kleinwerteindex

Entsprechend sind zwei der vier Neuaufnahmen in den F.A.Z.-Index sogar größer als die Dax-Werte K+S, Deutsche Lufthansa und Lanxess. Größter Neuzugang im Index sind die Aktien des Berliner Internetkonzerns Rocket Internet, der mittlerweile auf einen Börsenwert von mehr als 7 Milliarden Euro kommt.

Da er im Herbst den Börsengang im Entry Standard und nicht im streng regulierten Prime Standard der Deutschen Börse gewählt hat, ist Rocket Internet von allen Auswahlindizes der Börse ausgeschlossen; wie übrigens Porsche auch, die nicht bereit waren, regelmäßig Quartalsberichte vorzulegen, was die Deutsche Börse im Prime Standard aber verlangt. Im F.A.Z.-Index kommt Rocket Internet entsprechend des Börsenwertes nun auf Platz 42. Die schon lange im F.A.Z.-Index geführte Porsche-Aktie liegt derweil auf Platz 28.

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Neu im F.A.Z.-Index und auf Rang 46 eingereiht ist der ebenfalls vergangenes Jahr im Oktober an die Börse gegangene Berliner Online-Modehändler Zalando mit einem aktuellen Börsenwert von fast 7 Milliarden Euro. Der Streubesitz von nur rund einem Viertel führt dazu, dass die Deutsche Börse Zalando nur im Kleinwerteindex S-Dax führt.

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Außenwerber Ströer auch dabei

Mit Hella Hueck wird ein dritter relativ großer Nebenwert in den F.A.Z.-Index aufgenommen. Der Lippstädter Automobilzulieferer kommt auf einen Börsenwert von fast 5 Milliarden Euro und übertrifft damit den Dax-Wert Lanxess. Seit Aufnahme der Börsennotierung im November ist der Aktienkurs von Hella Hueck um rund 50 Prozent gestiegen. Im F.A.Z.-Index kommt Hella Hueck auf Platz 56. Die Deutsche Börse hat die Aktie in den S-Dax aufgenommen.

Punktzuwachs: F.A.Z.-Index seit 1961
Punktzuwachs: F.A.Z.-Index seit 1961 Bild: F.A.Z.

Der vierte Neuling ist der Kölner Außenwerber Ströer mit einem Börsenwert von 1,7 Milliarden Euro. Ströer kommt auf Rang 84 im F.A.Z.-Index und hat sich seine Indexaufnahme durch eine zuletzt herausragende Kursentwicklung verdient. Der Aktienkurs des seit fünf Jahren börsennotierten Unternehmens hat sich binnen eines Jahres rund verdreifacht.

Nicht im Dax aber bei der F.A.Z

Die vier Neuzugänge kommen zusammen auf einen Börsenwert von gut 20 Milliarden Euro. Die vier ausgeschiedenen auf gut 8 Milliarden Euro. Damit erhöht sich der Börsenwert im F.A.Z.-Index durch die Veränderungen um 12 Milliarden Euro und beträgt aktuell etwa 1,44 Billionen Euro. Der Anteil der 30 Dax-Werte im F.A.Z.-Index sinkt durch die Neuaufnahmen von 78,3 auf 77,7 Prozent. Die 70 anderen Werte kommen damit auf einen Indexanteil von 22,3 Prozent. Entsprechend ähnlich sind die Wertentwicklungen des F.A.Z.-Index mit denen des Dax-Kursindex. Beide Indizes haben im April neue historische Höchststände erreicht.

Die größten Nebenwerte im F.A.Z.-Index gemäß der Definition „Nicht im Dax vertreten“, sind auf Platz 20 Telefonica Deutschland, auf Platz 21 Evonik und auf Platz 25 MAN. Sie sind wegen der Streubesitzregel der Deutschen Börse nicht im Dax. So kommt es, dass Lanxess, nach dem reinen Börsenwert nur auf Platz 58, dennoch im Dax vertreten ist. Hier gilt allerdings die Indexzugehörigkeit als stark gefährdet. K+S (Platz 48) und Lufthansa (Platz 49) dürfen sich ihrer Dax-Mitgliedschaft aber weiterhin recht sicher sein.

Quelle: F.A.Z.
Daniel Mohr  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Daniel Mohr
Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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