Unternehmensanleihen

F.A.Z. legt Anleihenindex auf

Von Daniel Mohr
10.04.2013
, 17:20
Oder doch lieber Unternehmensanleihen?
Die F.A.Z. hat einen neuen Anleihenindex kreiert. Dieser bildet die Entwicklung von rund 100 Anleihen deutscher Unternehmen ab.
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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH hat am Mittwoch mit ihrem Partner, dem Frankfurter Indexunternehmen Structured Solutions AG, den F.A.Z.-Anleihenindex begeben. Der Index besteht aus rund 100 Anleihen deutscher Unternehmen. Seine Entwicklung ergibt sich aus den Kursen der Anleihen und den Kuponzahlungen der Unternehmen, die in den Index investiert werden.

Der F.A.Z.-Anleihenindex ist damit ein Performanceindex, der die Gesamtrendite deutscher Unternehmensanleihen widerspiegelt. Das Interesse an deutschen Unternehmensanleihen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Der Index soll Anlegern und Marktteilnehmern auf einen Blick eine Einschätzung über den Markt liefern. Auf den Index können Finanzprodukte begeben werden.

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Rendite unter historischem Durchschnitt

Die durchschnittliche Laufzeit der Anleihen beträgt gut 4 Jahre, die durchschnittliche Rendite etwas mehr als 1,5 Prozent. Sie liegt damit höher als zum Beispiel die F.A.Z.-Rentenrendite für öffentliche Anleihen mit vier Jahren Restlaufzeit, die derzeit 0,4 Prozent beträgt, oder die Rendite von Hypothekenpfandbriefen und öffentlichen Pfandbriefen gleicher Laufzeit mit derzeit 0,9 Prozent.

Die Rendite liegt jedoch niedriger als der langjährige Durchschnitt deutscher Unternehmensanleihen. In der Finanzkrise war nicht nur die Sicherheit deutscher Staatsanleihen gefragt, sondern wurde auch den großen deutschen Industrieunternehmen viel Vertrauen entgegengebracht, was in niedrigen Renditen für deren Anleihen zum Ausdruck kommt. So haben Unternehmen wie BASF, Bayer, Daimler, BMW, Evonik, K+S und Adidas Anleihen mit Renditen von weniger als 1 Prozent am Markt.

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Auch ohne Rating dabei

Besonders niedrige Renditen weisen einige Anleihen von Landesbanken auf, die im nächsten Jahr fällig werden. Diese Anleihen gelten wegen der staatlichen Eigentümer mit Ratings von AAA als ausfallsicher. Einige Anleihen weisen aber auch Renditen von mehr als fünf Prozent auf. Im Finanzbereich zum Beispiel die Commerzbank mit einem Papier mit sechs Jahren Restlaufzeit, im Telekommunikationsbereich Kabel Deutschland und Unitymedia sowie in der Autozuliefererbranche zwei Anleihen von Continental. Papiere von Thyssen-Krupp, Hochtief und Schaeffler weisen immerhin noch Renditen von mehr als 3 Prozent auf.

Bild: F.A.Z.

Ein Mindestrating ist für die Aufnahme in den F.A.Z.-Anleihenindex nicht nötig. Etwa ein Sechstel der Anleihen weist nur ein oder kein Rating durch eine der großen Ratingagenturen auf und wird daher gemäß der Definition des Finanzdatenanbieters Bloomberg als Non Rated (NR) geführt. Gut die Hälfte der Anleihen kommt auf ein Durchschnittsrating in den Bereichen A und BBB, ein Achtel liegt im spekulativen Bereich (BB oder B).

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Ein deutscher Index

In den Index aufgenommen werden alle in Euro notierten festverzinslichen Anleihen von Unternehmen, die ihren Geschäftsschwerpunkt in Deutschland haben. Die Restlaufzeit der Anleihen muss mindestens zwölf Monate betragen, das Volumen mindestens 500 Millionen Euro. Je Unternehmen werden maximal zwei Anleihen in den Index aufgenommen, und zwar die jeweils beiden mit dem größten Volumen. Das Volumen der Anleihe ist zusammen mit aufgelaufenen Stückzinsen auch maßgeblich für die Gewichtung der Anleihe im Index.

Jeweils am letzten Handelstag der Monate März, Juni, September und Dezember wird der Index angepasst. Anleihen, deren Laufzeit nun weniger als 12 Monate beträgt, werden aus dem Index genommen. Neu emittierte Anleihen, welche die Aufnahmebedingungen erfüllen, werden in den Index aufgenommen. Dabei kann die Zahl der Indexmitglieder auf weniger als 100 sinken oder auf mehr als 100 steigen. Zu Beginn enthält der Index 101 Anleihen von 61 Unternehmen aus elf Branchen. Der Index wird einmal täglich berechnet und über die Kursvermarktung der Börse Stuttgart veröffentlicht.

Das Gewicht der Anleihen einer Branche ist auf höchstens 20 Prozent begrenzt. In seiner Startzusammensetzung enthält der Index 27 Bankanleihen von 15 Instituten. Das Gewicht der Bankbranche wurde von 29 auf die Obergrenze von 20 Prozent herabgesetzt. Zweitgrößte Branche ist mit 14 Anleihen von neun Unternehmen der Bereich Telekommunikation und Versorger, der auf ein Gewicht von 18 Prozent kommt. Es folgen Anleihen aus dem Automobilbereich (15 Prozent) sowie Chemie und Pharma (13,5 Prozent).

Quelle: F.A.Z.
Daniel Mohr  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Daniel Mohr
Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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