Gastkommentar

Von der modernen Medizintechnik profitieren

EIN KOMMENTAR Von Marcus Ratz
16.03.2001
, 12:13
Beleuchtet die Medizintechnik-Branche: Marcus Ratz von Lupus alpha
Stichwort Medizintechnik: Marcus Ratz von Lupus alpha Asset Management zeigt die Möglichkeiten dieser Branche auf und sagt, wer davon profitieren dürfte.
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Schon nur beim Gedanken an den nahenden Zahnarzttermin bekommen viele Menschen erst richtig Zahnschmerzen. Spätestens wenn sie der Zahnarzt auf dem Behandlungsstuhl mit dem Bohrer konfrontiert, verlässt die meisten der Mut. Fast jeder würde sich freuen, wenn der Zahnarzt Methoden anwenden könnte, die eine völlig schmerzfreie Behandlung ermöglichen.

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Dass das eine gar nicht mehr so ferne Zukunftsmusik bleiben muss, belegen genügend Beispiele für aktuelle Entwicklungen in der modernen Medizintechnik. Unter diesem Begriff sind innovative Verfahren zur medizinischen Behandlung und Heilung zu verstehen, die sich nicht nur durch den fühlbaren Nutzen und Komfort für den Patienten auszeichnen, sondern auch durch Kosteneinsparungen für den Patienten und das gesamte Gesundheitswesen. Eine Reihe von Unternehmen am Neuen Markt arbeiten bereits auf den verschiedenen Gebieten der Medizintechnik.

Lasertechnik in der Zahn- und Augenheilkunde

Ein wichtiges Beispiel ist die Weiterentwicklung der Lasertechnik in medizin-technische Bereiche hinein. So hat zum Beispiel die Asclepion Meditec einen Dental-Laser entwickelt, der von Zahnärzten in der Kariestherapie, der Paradontologie und der Wurzelkanalbehandlung eingesetzt wird. Im Bereich Augenheilkunde bietet das Unternehmen neben der Firma Wavelight Laserprodukte zur Korrektur von Fehlsichtigkeit an. In ihrem Geschäftsfeld Health Care and Life Sciences hat die Göttinger Linos AG ein Laserprodukt entwickelt, das zu einer verbesserten Hautkrebsfrüherkennung und zur Steigerung der Diagnosegenauigkeit beiträgt.

Das besondere Know-How der genannten Unternehmen liegt dabei insbesondere in der interdisziplinären Verknüpfung der Lasertechnikprodukte mit Hard- und Softwarekomponenten sowie der Verfahrenstechnik.

Biologische Ersatzstoffe und nadellose Spritzen

Weitere Situationen, die bei vielen Menschen für Bauchschmerzen sorgen, sind Impfungen beziehungsweise Spritzen. Wie angenehm wäre es doch, wenn man sich ohne Nadel spritzen lassen könnte! An der Lösung dieses Problems hätten insbesondere Diabetiker und andere Patienten, die sich mehrmals täglich eine Spritze setzen müssen, ein großes Interesse. Hierfür hat die Rösch Medizintechnik eine nadelfreie Spritze entwickelt. Bei dieser Methode wird das flüssige Arzneimittel - ohne unangenehmes Stechen - lediglich mit Hochdruck in das Fettgewebe eingebracht.

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Das Tissue Engineering ist ein noch sehr junger Bereich, in dem biologische Ersatzstoffe hergestellt werden. Zukünftig sollen diese Ersatzstoffe geschädigte oder zerstörte Haut-, Knochen-, Muskel- und Nervenpartien sowie im letzten Schritt sogar komplette innere Organe ersetzen. Die beiden Neue Markt-Unternehmen co.don und BioTissue Technologies sind in der speziellen Entwicklung von autologen Transplantaten tätig, die ohne Zusatz von körperfremden Stoffen hergestellt und beispielsweise zur Wundheilung bei chronisch entzündeten Wunden eingesetzt werden.

Heilen statt reparieren

Ein weiterer Trend ist die Entwicklung und der verstärkte Einsatz von resorbierbaren Materialien. Diese Produkte werden über einen gewissen Zeitraum hinweg vom menschlichen Körper vollständig aufgenommen und abgebaut und unterstützen somit den körpereigenen Aufbau. Bisher wurden hierfür metallische Schrauben und Platten benötigt, die den Nachteil hatten, dass sie in einer zweiten Operation wieder entfernt werden mussten und damit den Heilungsprozess unterbrachen oder verzögerten. Darüber hinaus wird das Infektions- und Entzündungsrisiko durch den Einsatz resorbierbarer Materialien wesentlich verringert. Die Firma Macropore entwickelt resorbierbare Implantate und Fixierungssysteme, die im Gesichts- und Kopfbereich, zum Beispiel zur Fixierung von Schädelplatten in Folge von Verletzungen und Deformationen, an der Wirbelsäule und in der Orthopädie zum Einsatz kommen.

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Die Beispiele zeigen lediglich einen kleinen Ausschnitt aus dem gesamten Spektrum der derzeitigen Entwicklungen in der Medizintechnik auf. Vergleichbar mit dem Bereich Biotechnologie, ist dieser Markt einem grundlegenden Wandel unterworfen. Im Tissue Engineering und bei den resorbierbaren Materialien lässt sich dieser Paradigmenwechsel beispielsweise mit dem Schlagwort „heilen statt reparieren“ zusammenfassen.

Da sich der Markt erst am Anfang dieser Entwicklung befindet, ist für die Anwendung der neuen Technologien noch reichlich Aufklärungsarbeit bei Ärzten, Patienten sowie staatlichen Gesundheitsorganisationen erforderlich. Aufgrund der mit den neuen Methoden verbundenen Erleichterungen für den Patienten und den möglichen Einsparungen für das Gesundheitswesen, werden sich die neuen Technologien jedoch langfristig durchsetzen. Eine Investition in die Medizintechnik ist insofern eine Investition in die Zukunft moderner Heilmethoden.

Marcus Ratz ist Portfoliomanager bei der Frankfurter Lupus alpha Asset Management GmbH. Der Autor weist darauf hin, dass es sich bei den genannten Unternehmen nicht um Einzelwertempfehlungen, sondern um beispielhafte Nennungen handelt.

Quelle: @hh
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