Beliebter Streaming-Dienst

Die ganze Welt schaut nun Netflix

Von Roland Lindner, New York
18.07.2017
, 09:34
Der Streming-Dienst Netflix überzeugt mit seinen Quartalszahlen.
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„House of Cards“ und mehr: 14 neue Staffeln für eigene Serien hat Netflix gerade erst produziert. Das erfreut die Kunden – das Unternehmen hat nun fünf Millionen Abonnenten hinzu bekommen. Und auch die Anleger sind entzückt.
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Die Online-Videothek Netflix hat in den vergangenen drei Monaten deutlich mehr neue Kunden gewonnen als erwartet. Das geht aus dem am Montagabend veröffentlichten Quartalsbericht hervor, der die Börse in Begeisterung versetzte. Der Aktienkurs des Unternehmens legte im nachbörslichen Handel zeitweise mehr als 10 Prozent zu. Schon vor diesem Anstieg hat die Netflix-Aktie in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 60 Prozent an Wert gewonnen. Der Videodienst wird an der Börse mit mehr als 70 Milliarden Dollar bewertet.

Im abgelaufenen Quartal hat Netflix gleich mehrere Meilensteine erreicht.: Das Unternehmen hat jetzt auf der ganzen Welt mehr als 100 Millionen Abonnenten. Und erstmals hat gemessen an den Kundenzahlen das Auslandsgeschäft die Aktivitäten auf dem Heimatmarkt überholt.

14 neue Staffeln eigener Serien

Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Netflix-Kunden in den vergangenen drei Monaten um 5,2 Millionen auf knapp 104 Millionen. Das Unternehmen hatte eigentlich nur einen Anstieg um 3,2 Millionen vorhergesagt. Auf dem Heimatmarkt hat es jetzt 51,9 Millionen Abonnenten, im Ausland sind es 52 Millionen. Netflix schlüsselt die Kundenzahlen außerhalb Amerikas nicht detailliert nach Ländern auf, insofern ist unklar, wie genau sich der Videodienst in Deutschland schlägt.

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Netflix & Co
Aus für das Kino?

Hierzulande ist Netflix seit dem Jahr 2014 vertreten. Die Amerikaner haben in den vergangenen Jahren viel Geld in die internationale Expansion gesteckt, und diese Investitionen scheinen sich nun auszuzahlen. Netflix teilte mit, in diesem Jahr zum ersten Mal einen Gewinn in seinem Auslandsgeschäft zu erwarten.

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40 Filmproduktionen in 2017 geplant

Die höher als erwartete Zahl der Neukunden führt das Unternehmen selbst darauf zurück, die Popularität seiner Inhalte unterschätzt zu haben. Netflix beschränkt sich nun schon seit mehreren Jahren nicht mehr darauf, seinen Kunden Filme und Fernsehshows anderer Unterhaltungskonzerne zu zeigen. Das Unternehmen lässt auch eigene Serien wie „House of Cards“, „Stranger Things“ oder „Glow“ produzieren, um seinen Abonnenten exklusives Material bieten zu können. Allein im abgelaufenen Quartal wurde die Netflix-Bibliothek um 14 neue Staffeln eigener Serien ergänzt.

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Mehr und mehr knöpft sich das Unternehmen auch die Filmindustrie vor. Insgesamt will Netflix in diesem Jahr 40 Filme herausbringen, darunter teure „Popcorn“-Streifen ebenso wie kleinere unabhängige Produktionen. Im Mai wurde zum Beispiel der Film „War Machine“ mit Brad Pitt veröffentlicht, der 60 Millionen Dollar gekostet haben soll.

Vorstandsvorsitzender Reed Hastings sagte in einem Brief an die Aktionäre, Online-Plattformen wie Netflix könnten das Filmgeschäft genauso „beleben“ wie die Fernsehindustrie. Freilich macht sich Netflix damit nicht überall in der Filmbranche Freunde. Kinobetreibern missfällt zum Beispiel, dass das Unternehmen seinen Abonnenten Filme gleichzeitig zu einem etwaigen Kinostart zur Verfügung stellt. Das Filmfestival in Cannes änderte kürzlich seine Regeln, was dazu führen könnte, dass Netflix-Filme künftig vom Wettbewerb ausgeschlossen werden.

Seinen Umsatz konnte Netflix im vergangenen Quartal um 32 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar ausbauen, was leicht über den Erwartungen von Analysten lag. Der Nettogewinn stieg um mehr als 60 Prozent auf 66 Millionen Dollar. Für das dritte Quartal nehmen sich die Amerikaner vor, weitere 4,4 Millionen Abonnenten zu gewinnen. Auch diese Zahl war höher als von Analysten vorhergesagt.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenportät / Lindner, Roland
Roland Lindner
Wirtschaftskorrespondent in New York.
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