Öl-Ausrüster

Noch spricht der Trend für die Aktie von Schoeller-Bleckmann

16.07.2004
, 10:10
Der Ölpreis ist hoch und das rückt Unternehmen wie die für die Ölfeld-Ausrüstungsindustrie tätige Schoeller-Bleckmann in den Fokus. Nach einer Kursverdoppelung sollten Anleger hier aber erst auf neue Zahlen warten.

Der Ölpreis ist hoch, und einige Rahmenbedingungen sprechen dafür, daß er das auch mittelfristig bleibt. Das ist natürlich eine positives Umfeld für rege Aktivität im Ölsektor, und davon profitieren wiederum Unternehmen wie die Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG.

Zumindest sollte man das als Laie vermuten, handelt es sich dabei eigenen Angaben zufolge doch um den Weltmarktführer bei Hochpräzisionsteilen für die Ölfeld-Ausrüstungsindustrie. Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit sind dabei amagnetische Bohrstrangkomponenten für die Richtbohrtechnologie.

Auftragslage stimmt, aber der Dollar belastet

Der Blick auf die jüngsten Ergebnisse bestätigt die Eingangs geäußerte Vermutung, wonach es eigentlich ganz gut laufen müßte, aber nur bedingt. Denn die im Prime Market der Wiener Börse gelistete Firma hat im ersten Quartal des Jahres 2004 einen Rückgang beim Umsatz auf 35,27 Millionen Euro nach 39,31 Millionen Euro hinnehmen müssen. Beim Gewinn vor Steuern und Zinsen ergeben sich mit 3,58 Millionen Euro nach 5,06 Millionen Euro ebenfalls ein tieferer Wert als im Vorjahresquartal.

Als Belastung hat sich der starke Dollar erwiesen. Der Vorstand räumt aber auch einen weiteren, für den Laien zunächst etwas überraschenden Tatbestand ein. Demnach ist man bei Schoeller-Bleckmann über einen hohen Ölpreis nämlich überhaupt nicht so glücklich. Dies hat mit der Angst zu tun, ein anhaltend hoher Ölpreis könnte sich konjunkturdämpfend auswirken und damit auch die Nachfrage nach hochwertigen Ausrüstungsgütern für die Ölservice-Industrie beeinträchtigen.

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite gestaltet sich mit bei einem Auftragseingang von 37,81 Millionen Euro, der um rund 20 Prozent über dem Durchschnitt der Quartals-Auftragseingänge im Geschäftsjahr 2003 liegt, nämlich deutlich besser. Den Anstieg führt der Vorstand dabei auf die positive Nachfrage, andererseits auch auf den im Vorjahr erfolgten Lagerabbau in der Ölservice-Industrie zurück. Insgesamt bezeichnet der weltweit mehr als 800 Mitarbeiter beschäftigende Schoeller-Bleckmann das Umfeld als überwiegend freundlich.

Vernünftige Bewertung bei Erreichung der Analystenvorgaben

Das wird offenbar auch an der Börse so eingeschätzt, hat sich der Aktienkurs doch seit Ende 2002 locker verdoppelt. Und einige Analysten wie die von der Erste Bank in Österreich beurteilen den Titel auch weiterhin positiv. So traut man dem Unternehmen dort in den Jahren 2004 und 2005 eine Verbesserung beim Gewinn je Aktie von 0,47 auf 0,76 und 1,22 Euro zu. Auf Basis der aktuellen Notiz von 13,55 Euro wäre die Aktie somit mehr als vertretbar bewertet. Luft nach oben für den Kurs beinhaltet auch der Unternehmenswert. Die Erste Bank beziffert ihn auf fast 232 Milliarden Euro, was nur mit einem derzeitigen Börsenwert von rund 178 Millionen Euro kontrastiert.

Gehen vom Dollar nicht zu große Belastungen auf die Ergebnisse von Schoeller-Bleckmann aus, lassen die genannten Kennziffern noch etwas Kurspotential. Allerdings muß dazu charttechnisch gesehen erst die Hürde bei 14 Euro überwunden werden und damit hat sich der Wert zuletzt aber etwas schwer getan. Begrenzt wird zudem das Kurspotential durch den beim bisherigen Rekordhoch von 16,30 Euro wartenden Widerstand. Vorsichtige Anleger warten daher besser erst einmal die nächsten Quartalszahlen ab und entscheiden erst dann über einen eventuellen Neueinstieg.

Der Chart zeigt den Verlauf der Aktie von Schoeller-Bleckmann.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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