Optionsscheine

Auswahl und Strategien

06.06.2002
, 23:10
Die richtige Strategie ist entscheidend
Wahre Wunder versprechen zwar exotische Optionsscheine. Wirklich vernünftig dürften aber nur die einfachen Strategien sein.
ANZEIGE

Optionsscheine sind vor allem Spekulationsobjekte. Der Kauf von Warrants zur Absicherung gegen Kursschwankungen spielt in der Praxis eine untergeordnete Rolle. Wie die Erfahrung belegt, bringt die sorgsame Auswahl eines Optionsscheins einen größeren Erfolg, als Entscheidungen, die leichtfertig getroffen werden. Den höchsten Marktanteil verbuchen einfache Produkte, insbesondere Aktien- und Indexscheine.

ANZEIGE

Lassen sich mit Optionen eine Vielzahl von Strategien umsetzen, so sind die bei Optionsscheinen begrenzt. „Optionsprofis“ können zwar ihre Marktmeinung durch eine beliebige Kombination verschiedener Einzelbausteine umsetzen, dagegen ist der Privatanleger auf die „Optionsscheinpalette“ angewiesen, die zu dem Zeitpunkt auf dem Markt ist, an dem er aktiv werden will. In der Regel lässt sich sinnvoll nur auf steigende oder fallende Kurse spekulieren.

Exotische Optionen sind reines Glücksspiel

Natürlich gibt es immer wieder „exotische Produkte“, die auf Spezialsituationen abzielen. Aber erstens sind diese Produkte in der Regel nur in dem Augenblick „marktgerecht“, in dem sie auf den Markt gebracht werden. Zweitens muss der Anleger mehr oder weniger zufällig gerade zu diesem Zeitpunkt davon erfahren. Drittens werden solche „Exoten“ ähnlichen Charakters von den verschiedenen Anbietern unter so seltsamen Bezeichnungen vermarktet, dass selten spontan erkennbar ist, wie das Ding eigentlich funktioniert. Viertens weicht das „Preisverhalten“ solcher Produkte teilweise so markant von dem einfacher Optionsscheine ab, dass ein Kauf für den Normalanleger mehr oder wenig zum Glücksspiel wird.

Bild: FEM

So bleibt eigentlich nur die Spekulation auf steigende oder fallende Kurse eines Basiswertes. Oder beidem gleichzeitig.

„Einfache“ Strategien sind umsetzbar

Setzt ein Anleger auf steigende Kurse, kauft er einen Kaufoptionsschein. Vernünftigerweise „nahe am Geld“, also mit einem Ausübungspreis, der leicht über dem aktuellen Kurs der Basis liegt. Liegt der weiter entfernt, dann wird zwar die fällige Prämie günstiger. Aber das ist nur ein Aspekt der Erfolgsrechnung. Denn entsprechend stärker muss sich die Basis bewegen, bis der Anleger - bei Verfall - den Strike erreicht. Und sie muss sie ja nicht nur erreichen, sondern auch ein Stück überschreiten, um zusätzlich die bezahlte Optionsprämie wieder einzuspielen.

ANZEIGE

Setzt der Anleger dagegen auf fallende Kurse, kauft er einen Verkaufsoptionsschein. Dort gilt im Prinzip genau dasselbe, wie für den Call. Nur mit einer anderen Perspektive, nämlich dem Blick nach unten.

Straddle und Strangle sind relativ teuer

Erwartet der Anleger eine starke Kursbewegung, ist aber nicht sicher, in welche Richtung die gehen wird, so kann er auf einen Straddle oder Strangle setzen. Er kauft gleichzeitig eine Kauf- und eine Verkaufsoption - und verdient, wenn es stark nach oben oder nach unten geht. Beim Straddle haben beide Optionen denselben Ausübungspreis, während beim Strangle der Strike des Puts kleiner ist, als der des Calls.

Beide Strategien sind relativ teuer. Denn es fällt eine doppelte Optionsprämie an - sowohl für den Call als auch für den Put. Entsprechend stark muss die Kursbewegung der Basis sein, um die Gewinnzone zu erreichen. Der große Nachteil: Wenn sich der Markt nicht bewegt, verfallen beide Optionen wertlos.

ANZEIGE

Als strategische Alternative bleibt noch die so genannte 90:10-Regel, aber auch die hat Vor- und Nachteile (siehe Link: 90:10 Strategie mit Garantie).

Quelle: @cri
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE