Sorgenkinder an der Börse

Diese Aktien sollten Sie besser verkaufen

Von Achim Matzke
30.06.2017
, 09:47
Bei einigen Titeln hält der Negativtrend schon seit einigen Monaten an.
Für Pro Sieben Sat1 wird es eng. Doch das Unternehmen ist nicht das einzige, bei dem sich die Lage verschlechtert hat.
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Während an den europäischen Aktienbörsen die laufende Hausse im ersten Halbjahr 2017 deutliche Kursgewinne eingebracht hat und für das zweite Halbjahr eine langsamere Gangart andeutet, gibt es eine Reihe von Aktien, bei denen sich zuletzt die mittelfristige technische Lage sogar verschlechtert hat.

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Da bei diesen Titeln die technischen Perspektiven mit Blick nach vorne fehlen, befinden sich diese Werte – einige schon seit vielen Monaten – auf der technischen Verkaufs- und Tauschliste. Aus dem Stoxx 50 handelt es sich um die britischen Werte Barclays, BT Group und neu Glencore. Aus dem Euro Stoxx 50 hat sich die vorsichtige Haltung gegenüber Ahold Delhaize zuletzt bestätigt. Aus dem Dax kommt Pro Sieben Sat1 hinzu. Aus dem M-Dax sind Bilfinger, Steinhoff International, Schäffler und Südzucker zu nennen. Im Tec-Dax fallen aktuell Dialog Semiconductor, GFT Technologies und Nordex negativ auf.

Verkaufssignale von der BT Group

Die britische BT Group bietet eine umfangreiche Palette an Telekommunikationsdienstleistungen an. Mit Blick auf die letzten 20 Jahre fällt auf, dass die Aktie von BT Group, die ihr bisheriges Allzeithoch im Dezember 1999 bei etwa 1060 britischen Pence hatte, ein ausgeprägtes Wechselspiel von Hausse- und Baisse-Trends geliefert hat. Die vorletzte Baisse startete im Juli 2007 bei etwa 338 britischen Pence und endete erst im März 2009 in einem technischen Ausverkauf bei Kursen um 70 britische Pence. Im März 2009 startete dann ein idealtypischer Hausse-Trend, der die Aktie bis zum Dezember 2015 auf Kurse um 503 britische Pence geführt hat. Bereits im Jahr 2014 reduzierte sich aber die mittelfristige Aufwärtsdynamik, so dass sich in den Jahren 2015 und 2016 ein eine technische Top-Formation, herausgebildet hatte.

Bild: F.A.Z.

Seit den ausgeprägten Verkaufssignalen Mitte 2016 hat BT Group wieder eine Baisse-Bewegung etabliert. Diese wird zunächst von dem zentralen Baisse-Trend begrenzt, der aktuell bei 350 britischen Pence und damit leicht oberhalb der fallenden 200-Tage-Linie liegt. Darüber hinaus hat sich ein etwas beschleunigter Baisse-Trend zurzeit bei etwa 315 britischen Pence und damit leicht unterhalb der 200-Tage-Linie ergeben. Zuletzt hat BT Group ein neues Verkaufssignal und ein neues Baisse-Low bei rund 276 britischen Pence nachgeliefert. Die ausgeprägte relative Schwäche gegenüber dem Stoxx 50 hat dazu geführt, dass BT Group jetzt die kleinste Aktie im Index ist und sich der Diskussion um eine mögliche Index-Entnahme nur noch schwer entziehen kann. Aufgrund dieser Gesamtlage bleibt BT Group ein technischer Verkauf beziehungsweise ein Tausch.

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Für Pro Sieben Sat1 wird es eng

Im Dax ist die Aktie von Pro Sieben Sat1 Media durch die wenig ansprechende Kursentwicklung in den vergangenen Monaten wieder zur kleinsten Aktie im Index geworden. Verfestigt sich diese Position in den kommenden Wochen, so sollte auch Pr Sieben Sat1 immer stärker im Mittelpunkt der Diskussion um eine mögliche Dax-Entnahme stehen.

Die Aktie hatte die ab dem April 2015 einsetzende Zwischenbaisse am deutschen Aktienmarkt zunächst mit einer Seitwärtspendelbewegung unterhalb der gestaffelten Widerstandszone von 49 bis 51 Euro überstanden. Im Frühjahr 2016 ist die Aktie dann jedoch mit einem Verkaufssignal – dem Rutsch durch die Unterstützung um 43 Euro – aus diesem Trading-Markt herausgefallen und hat ebenfalls einen Zwischen-Baisse-Trend etabliert. Begleitet von mehreren Verkaufssignalen rutschte der Titel bis zum November 2016 auf ein Kursniveau um 31,30 Euro.

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Im Zuge der Gesamtmarkterholung konnte auch Pro Sieben Sat1 einen kurzfristigen, steilen Erholungstrend bis zur Widerstandszone 42 Euro im April 2017 durchlaufen. Seitdem haben wieder neue Gewinnmitnahme-Signale die Aktie in eine Position der relativen Schwäche gegenüber dem Index und in einen Trading-Markt im Umfeld der 200-Tage-Linie gedrückt. Da bei Pro Sieben Sat1 die überzeugenden technischen Hinweise auf einen (mittelfristigen) Kursaufschwung fehlen, stellt die Aktie einen technischen Verkauf bzw. Tausch dar.

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Bilfinger rutscht nach unten

Beim M-Dax-Wert Bilfinger hat sich in den letzten Jahren der Geschäftsschwerpunkt verschoben, wobei jetzt Dienstleistungen für Immobilien, Bauwesen sowie für die Industrie und die Energiewirtschaft im Fokus stehen. Die Aktie startete im April 2014 – ausgehend von Kursen um 93,50 Euro – eine Baisse-Bewegung, wobei mehrere Verkaufssignale und mittelfristige Abwärtstrends den Titel bis auf ein Baisse-Tief von 25,05 Euro im Juli 2016 geführt hatten. Im zweiten Halbjahr 2016 bildete sich unterhalb der kleinen Widerstandszone um 30 Euro eine Trading-Doppelbodenformation heraus. Parallel zur Gesamtmarkthausse kam es dann in Bilfinger zu einem Trading-Kaufsignal – dem Verlassen der Trading-Bodenformation mit dem Sprung über 30 Euro.

Der neue kurzfristige Aufwärtstrend führte die Aktie bis an die mittelfristige gestaffelte Widerstandszone von rund 41 bis 45 Euro. Dort lief der Titel dann in eine Seitwärtspendelbewegung hinein, die den technischen Charakter einer Trading-Doppeltopformation aufweist. Deshalb überrascht es nicht, dass Bilfinger in den letzten Handelstagen mit einem neuen Trading-Verkaufssignal nach unten durchgerutscht ist und schon wieder an der Etablierung eines neuen mittelfristigen Abwärtstrends arbeitet. Die ausgeprägte relative Schwäche der Aktie im Vergleich zum M-Dax hat den Titel nach Streubesitz aktuell zur kleinsten Index-Aktie gemacht. Damit läuft Bilfinger aus indextechnischer Sicht Gefahr, bei der nächsten regulären M-Dax-Anpassung im September 2017 aus dem Index zu fallen. Aufgrund dieser Gesamtlage bleibt Bilfinger unverändert auf der Liste für technische Verkäufe.

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Typisch für Technologie-Aktien

Die im Tec-Dax enthaltene Dialog Semiconductor hat ihren Geschäftsschwerpunkt in der Produktion und dem Vertrieb von elektronischen Komponenten wie Mixed-Signal-Schaltungen, die zum Beispiel in Smartphones und Tablets verwendet werden. Innerhalb des seit März 2009 laufenden Hausse-Zyklus am deutschen Aktienmarkt liefert die technische Gesamtlage dieser Aktie ein typisches Bild, wie es sich bei Technologie-Aktien oft findet. Einerseits sehr ausgeprägte Hausse-Trends, andererseits aber auch kräftige technische Korrekturen beziehungsweise Zwischen-Baissen. Aktuell hat der Titel wieder mit einer mittelfristigen technischen Eintrübung zu kämpfen. Seit zwei Jahren befindet sich Dialog in einer Seitwärtspendelbewegung mit der gestaffelten Unterstützungszone von 23 bis 24 Euro und der gestaffelten Widerstandszone von 52 bis 54 Euro.

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Quelle: F.A.Z.
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