Rohstoffe

Aktie von Tap Oil profitiert vom Ölboom

13.06.2005
, 15:04
Ölbohrplattform von Tap Oil
Der Ölboom der vergangenen Monate hinterläßt auch beim australischen Explorationsunternehmen Tap Oil deutliche Spuren. Das Papier befindet sich in einem Aufwärtstrend und ist vernünftig bewertet.
ANZEIGE

Der Rohstoff- und Ölboom der vergangenen Monaten hinterläßt vielerorts Spuren. Auch beim australischen Öl- und Gasexplorationsunternehmen Tap Oil. Die Aktie von Tap Oil befindet sich in einem mittelfristigen Aufwärtstrend und hat, ausgehend von ihrem Zwischentief bei 59 australischen Cents im April des Jahres 2000, inzwischen 254 Prozent auf zuletzt 2,09 Dollar in lokaler Währung zugelegt.

ANZEIGE

Der etwas volatile Trend zeigt weiterhin nach oben, auch wenn das Papier im Moment etwa sieben Prozent unter dem im März erreichten Allzeithoch von 2,25 australischen Dollar je Aktie. Die Kursentwicklung dürfte mit Blick auf die fundamentalen Zahlen kaum verwundern. Denn das Unternehmen konnte in den vergangenen Jahren sowohl Umsatz als auch Gewinn beinahe exponentiell steigern.

Deutliche Umsatz- und Gewinnsteigerung

Im Jahr 2004 konnte der Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 107 Prozent auf 131 Millionen Dollar gesteigert werden, der operative Gewinn legte vor Steuern um 108 Prozent auf 69,7 Millionen Dollar zu und der Nettogewinn um 106 Prozent auf 47,7 Millionen Dollar. Auch der Gewinn je Aktie hat sich etwas mehr als verdoppelt. Gleichzeit erzielte das Unternehmen einen Netto-Cashflow von 86 Millionen australischen Dollar und verfügte zum Jahresende über einen Nettoliquidität von 91 Millionen Dollar oder 57,6 Cents je Aktie nach Ausgaben von 34 Millionen Dollar für die Exploration und Entwicklung von Öl- und Gasquellen.

Der Chart zeigt die Kursentwicklung von Tap Oil in den vergangenen Jahren in Euro
Der Chart zeigt die Kursentwicklung von Tap Oil in den vergangenen Jahren in Euro Bild:

Beschäftigte sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren mit eher kleineren Quellen, so stehen im laufenden Jahr größere Ölvorkommen auf dem „Entdeckungsprogramm.“ Tap Oil hat die Absicht, an 35 Orte nach Öl und/oder Gas zu bohren, davon zwei oder drei, die größere Vorkommen verifizieren könnten. Die bisher entdeckten und erschlossenen Vorkommen führen nach Unternehmenseinschätzung zu einem stetigen Einkommensstrom. Er sichert bei einem anhaltend hohen Ölpreis zusammen mit der komfortablen Liquiditätssituation nicht nur das laufende Aktienrückkaufprogramm, sondern stellt auch die Finanzierbarkeit der weiteren operativen Aktivität sicher.

ANZEIGE

Vernünftige Bewertung

Zu den größeren angegangenen Projekten gehört Jacala-1, im westaustralischen Carnarvon Basin. Das Ziel ist eine geologische Struktur, die das Potential bietet, bis zu 1,5 Milliarden Barrel Öl zu enthalten. Tap Oil hätte daran einen Anteil von 25 Prozent. Die restlichen 75 Prozent würden BHP Billiton zufallen. Barque-1 im Canterbury Basin vor Neuseeland zielt auf eine Struktur, die das Potential für mehr als 500 Millionen Barrel Kondensat und fünf Milliarden Kubikfuß Gas enthalten könnten. Anteil des Unternehmens: 50 Prozent. Dort sind die Bohrungen bisher allerdings enttäuschend verlaufen. Marley-1, ebenfalls im Carnarvon Basin, bietet das Potential zur Förderung von 1,5 Milliarden Kubikfuß Gas. Anteil: 12,2 Prozent.

Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 9,17 und 10,45 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Jahr ist die Aktie noch vernünftig bewertet. Auch der Chart gibt ihr noch eine gewisse Phantasie. Sie dürfte vor allem dann unterfüttert werden, wenn der Ölpreis hoch bleiben oder gar weiter steigen sollte. Allerdings sollten Anleger auch nicht die Risiken übersehen. Sie liegen unter anderem in der unsicheren Entwicklung des Ölpreises und bei allem technologischen Fortschritt in der möglichen Häufung von Fehlschlägen bei den verschiedenen Bohrversuchen. Aus diesen Gründen dürften solche Werte höchstens zur Beimischung zu einem Portfolio geeignet sein.

ANZEIGE

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE