Rohstoffe

Australische Kohleaktien laufen heiß

04.02.2005
, 12:23
Die Nachfrage nach Energie treibt die Preise, auch die für Kohle. Davon profitieren auch die australischen Kohleunternehmen. Trotz steigender Kurse sind sie auf Basis stark steigender Gewinne immer noch günstig.
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Neben den phänomenalen Kursgewinnen an manchen Börsen der Schwellenländer gehört die australische Börse zu den Lichtblicken der vergangenen zwei Jahre. Ausgehend von seinem Zwischentief bei 2,693 Punkten im März des Jahres 2003 etablierte der S&P ASX 200 einen steilen Aufwärtstrend und kann inzwischen einen Kursgewinn von knapp 55 Prozent verbuchen. Noch am Freitag erreichte der Index ein neues Allzeithoch.

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Das Positive sind nicht nur die Kursgewinne des Index in absoluter Höhe, denn sie sind bei einigen anderen Indizes deutlicher ausgefallen, sondern interessant ist die Wiederaufnahme des langfristigen Aufwärtstrends. Denn der australische Markt war während der Baisse deutlich weniger stark gefallen als die meisten der etablierten Börsen.

Nachfrage nach Rohstoffen hilft Australien auf die Beine

Die australische Börse kann einerseits vom soliden Wachstum im Lande profitieren. Es wurde unter anderem auch von der stark zugenommenen Nachfrage nach Rohstoffen getragen, die von China ausgeht. Das Land mit starkem Wachstum zeigte in den vergangenen Jahren nicht nur zunehmenden Hunger nach Erzen aller Art, sondern vor allem auch nach Energie. Das zeigte sich in Form steigender Preise am Ölmarkt, aber auch bei Kohle. Auch hier sind die Preise deutlich gestiegen.

Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Centennial Coal in den vergangenen Jahren in Euro
Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Centennial Coal in den vergangenen Jahren in Euro Bild:

So dürfte aus kaum verwundern, daß die Aktien der Unternehmen in den vergangenen Jahren deutlichen Kursgewinne verbuchen konnten. Sie haben eindrucksvolle Aufwärtstrends etabliert, die weiterhin Bestand haben. Werte wie Macarthur Coal, Felix Resources, New Hope, Cumnock Coal, Austral Coal, Australian Mining Investment, Coal & Allied Industries oder Centennial Coal haben ihren Anlegern alleine auf Sicht eines Jahres Renditen von zwischen 48 und 322 Prozent erbracht. Dagegen waren die Kursgewinne der europäischen oder der amerikanischen Indizes „Peanuts“.

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Das muß allerdings noch nicht alles gewesen sein. Denn die Unternehmen rechnen weiterhin mit deutlichen Gewinnsteigerungen und sind auf dieser Basis weiterhin günstig bewertet. Die Aktie von Macarthur Coal hat auf Basis der Gewinnschätzungen für das kommende Jahr ein Kurs-Gewinnverhältnis von etwas mehr als sechs. Bei den anderen Unternehmen sehen die vorausblickenden Bewertungen ähnlich günstig aus. Die entscheidende Frage dürfte darin bestehen, ob sich die Nachfrage zwischenzeitlich nicht doch einmal abschwächt. Denn das konnte die Kohlepreise unter Druck setzen und damit unter Umständen auch die Gewinnprognosen für die Unternehmen gefährden.

Kohleaktien im Aufwind - unterschiedliche Fundamentaldaten

Aus diesem Grund scheint es ratsam zu sein, sich auch jene Unternehmen zu konzentrieren, die fundamental am besten dastehen. Orientiert man sich beispielsweise am Kurs-Cashflow-Verhältnis, so sieht die Aktie von Austral Coal günstig aus, gefolgt von Centennial Coal, New Hope und Cumnock Coal. Der volatile Chart und auch die Gewinnentwicklung in den vergangenen Jahren kann die Papiere von Austral Coal allerdings etwas skeptisch betrachten lassen. Diesbezüglich sehen die Aktien von Macarthur Coal und Centennial Coal deutlich solider aus.

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Betrachtet man die Werte in der Kombination der verschiedenen Kriterien - Charttechnik, Gewinnentwicklung, Kurs-Gewinnverhältnis auf Basis der Gewinnschätzungen und dem Kurs-Cashflow-Verhältnis -, dann dürfte sich die Aktie von Centennial Coal als der interessanteste Wert herauskristallisieren. Auch wenn sie seit Oktober charttechnische Konsolidierungszeichen zeigt, der langfristige Trend zeigt nach oben.

Auf Grund der aktuellen Entwicklung dürften die Werte der Branche weiterhin einen Blick wert sein. Zu Zwischenkorrekturen könnte es dann kommen, wenn es in China zu einer harten Landung kommen und wenn die die Weltwirtschaft bremsen sollte. Dagegen kann man sich absichern. Langfristig dürften Kursrückschläge auf Grund der im Trend zunehmenden Nachfrage nach Energie Kaufgelegenheiten darstellen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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