Rohstoffe

Der Zinkpreis leidet unter der schwachen Konjunktur

07.03.2003
, 23:25
Im Gegensatz zu anderen Rohstoffen dümpelt der Preis von Zink vor sich hin. Das dürfte an einer leichten Überproduktion liegen. Sobald die Konjunktur anspringt, dürfte sich auch hier der Preis bewegen.
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Während offensichtlich Edelmetalle wie Gold und Platin oder auch Rohstoffe wie Nickel und Kupfer in jüngster Zeit von zunehmender spekulativer Nachfrage profitieren können, scheint das bei Zink nicht direkt der Fall zu sein. Denn der Preis hat sich in den vergangenen sechs Jahren nahezu halbiert und pendelt seit September des Jahres 2001 zwischen 750 und 850 Dollar je metrischer Tonne hin und her.

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Langfristig zeigt der Preistrend zwar nominal nach oben, allerdings bleibt er real beinahe unverändert. Das dürfte daran liegen, dass sich die Nachfrage zwar über die Jahre ständig erhöht, aber die Produktion locker mitgehalten hat. Lediglich in jüngster Zeit, nämlich im Jahr 2001, gab es eine Überproduktion von etwas fünf Prozent. Das dürfte mit der verhaltenen Konjunkturentwicklung zusammenhängen. Denn während sowohl das Angebot als auch die Lagerbestände vom Jahr 2000 auf 2001 weiter zulegten, ließ die Nachfrage nach.

Zink wird in vielen Bereichen verwendet

Dabei lässt sich das Material beinahe universell verwenden. Es schützt Metalle vor Korrosion - nur so können beispielsweise Automobilhersteller Garantien gegen Durchrostung von zwölf Jahren und mehr geben -, ist aber auch für das menschliche Immunsystem unverzichtbar. Zink kommt nicht nur in Sonnenschutzcremes vor, sondern wird auch in der Wasseraufbereitung oder zum Pflanzenschutz verwendet. Die Hälfte des Materials wird in der Galvanisierung verbraucht.

Nichts desto trotz dürfte es bei Zink in Zukunft auf absehbare Zeit kaum Versorgungsprobleme geben. Denn das silbrig, graue Material ist ein Teil der Natur. Die meisten Gesteine und viele Mineralien enthalten Zink in unterschiedlicher Menge. Zink kommt in der Natur auch in der Luft, im Wasser und im Boden vor. An manchen Stellen ist Zink durch natürliche geologische und geochemische Prozesse in einem weit höheren Anteil konzentriert. Solche Konzentrationen, die sowohl an der Erdoberfläche als auch im Untergrund gefunden werden, werden als Erzvorkommen ausgebeutet. Als Metall wird Zink sowohl aus Erzen als auch aus recycelten Zinkprodukten hergestellt. In Deutschland werden heute mehr als 80 Prozent des verfügbaren Zinks recycelt.

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Zinkförderung erscheint nicht ganz problemlos

Der weltgrößte Zinkerzförderer ist die australische Pasminco mit einer Jahresproduktion von knapp 900.000 Tonnen. Das Unternehmen steckt allerdings mitten in einer Restrukturierungsphase, wurde vorübergehend von der Börse genommen, soll allerdings demnächst zumindest in Teilen wieder platziert werden. Nummer zwei mit einer Produktion von 750.000 Tonnen jährlich ist die kanadische Teck Cominco. Die Aktie scheint immer bei etwa zehn kanadischen Dollar ihren Boden zu finden. Nummer drei ist die kanadische Noranda mit einer Produktion von etwas mehr 400.000 Tonnen. Die Aktie ist in den vergangenen Tagen deutlich durch ihre bisherige Unterstützungszone bei 13,50 Dollar gefallen. Als Nummer vier folgt die chinesische Staatsholding CCLZ mit einer Jahresproduktion von 375.000 Tonnen.

Knapp 31 Prozent des Metalls werden in Europa, 18 in Nord- und Südamerika und 49 Prozent in Asien produziert. Wobei zwischen Metallproduktion und Minenproduktion zu unterscheiden ist, denn ein großer Teil des Materials wird recycelt und bleibt damit im Kreislauf. Die Metallproduktion liegt aus diesem Grund in Europa mehr als doppelt so hoch, wie die Minenförderung. Das Metall wird zu 21 Prozent in Amerika, zu 31 Prozent in Europa und zu 46 Prozent in der asiatisch-pazifischen Region verbraucht.

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Zinkpreis hat Potenzial nach oben

Insgesamt lässt sich festhalten, dass sich bei Zink Angebot und Nachfrage langfristig immer in etwa die Waage halten. Der Preis zeigt nominal im Trend nach oben, während er real stabil bleibt. Auf dieser Basis dürfte die aktuelle Preisschwäche vor allem auf die schwache Konjunktur zurückzuführen sein. Sollte sie in absehbarer Zeit deutlich anziehen, dürfte auch der Zinkpreis deutliches Aufwärtspotenzial haben.

Quelle: @cri
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