Rohstoffe

Gold bleibt eine solide Anlageform

Von Leo Larkin
17.03.2003
, 11:00
Die jüngsten Preisabschläge beim Gold sind für S&P-Analyst Larkin nur kurzfristiger Natur. Längerfristig setzt er auf wieder anziehende Notierungen. Unter den Goldaktien gefällt ihm Newmont Gold am besten.
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Kurzfristig betrachtet sind beim Gold nach der zuletzt eingeleiteten Korrektur weitere Preisabschläge denkbar. Dennoch gibt es auch einige globale Schlüsselfaktoren, die das gelbe Metall weiterhin stärken.

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Nachdem der Goldkurs in Anbetracht des drohenden Irakkriegs im Februar auf mehr als 380 Dollar je Feinunze in die Höhe geschossen ist, hat er jüngst deutlich an Wert verloren. Der an der Nymex gehandelte April-Kontrakt auf Gold fiel bis auf 336 Dollar je Unze, nachdem es in Berichten geheißen hatte, dass sich die obersten irakischen Militärs möglicherweise kampflos ergeben würden.

Kursrückgänge nur kurzfristig

Standard & Poor's erwartet weitere kurzfristige Kursrückgänge bei Gold und Aktien von Goldproduzenten, da der Kriegsaufschlag rapide abnimmt. Dennoch, S&P ist nach wie vor von Goldaktien überzeugt. Die langfristigen Fundamentaldaten der Branchen sind viel versprechend. Unberechenbare Renditen auf den Finanzmärkten dürften die Attraktivität von Gold als alternative Anlageform weiter steigern.

Der US-Dollar ist auch weiterhin in Relation zu den anderen Leitwährungen schwach, was für Investoren außerhalb der USA den in Dollar notierten Kauf des Edelmetalls besonders attraktiv macht. Die Lücke zwischen der globalen Nachfrage und der Produktion dürfte sich folglich ausweiten, trotz der kürzlich zu beobachtenden Kurssteigerungen.

Ein weiterer Faktor setzt das Metall in ein positives Licht: die abnehmenden Absicherungsverkäufe durch die größten Goldproduzenten. Die rapiden Zinssenkungen seit Januar 2001 haben für die Produzenten und Marktspekulanten das Short-Selling weniger rentabel gemacht. Die Leerverkäufe hatten sich in den letzten Jahren auf die Goldpreise äußerst negativ ausgewirkt.

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Absicherung gegen steigende Preise

Die steigenden Güterpreise, welche die Konsolidierung in den warenproduzierenden Branchen und eine Erholung des globalen Wachstums widerspiegeln, dürften auch für das gelbe Metall Gutes verheißen. Bis zum 13. März ist der Bridge Commodity Research Bureau Commodity Price-Index um 2,5 Prozent gestiegen, nachdem er 2002 bereits um 23 Prozent zugelegt hatte.

Eine Erholung der Weltwirtschaft und eine deutliche Erhöhung der Geldmenge in den USA dürften die Warenpreise 2003 weiter in die Höhe treiben. Dies würde bedeuten, dass Inflation weiterhin ein Faktor sein wird, mit dem sich die Investoren auseinander setzen müssen. Damit kommt die traditionelle Rolle des Goldes als Absicherung gegen steigende Preise bei Waren und Dienstleistungen wieder zum Zug.

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Newmont profitiert von hohen Goldpreisen

Unser momentaner Branchenfavorit ist Newmont Gold. Dieses weltweit größte Goldunternehmen, das durch den dreifachen Zusammenschluss mit Normandy Mining und Franco-Nevada im Februar 2002 deutlich an Größe gewonnen hat, dürfte einige ansprechende langfristige Vorteile aus der oben beschriebenen Faktorkombination realisieren. Newmont verfügt unter den größten Goldproduzenten über die beste Handelsliquidität. Dabei fällt das politische Risiko vergleichsweise gering aus, da 70 Prozent der Produktion in Nordamerika und in Australien angesiedelt sind.

Mit dem geringsten Umfang an Hedge-Positionen im Vergleich zu allen großen Goldproduzenten ist Newmont gut positioniert, um von den steigenden Goldpreisen profitieren zu können. Wir haben der Aktie vier Sterne (Akkumulieren) verliehen, wobei uns das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis davon abgehalten hat, fünf Sterne (klarer Kauf) zu vergeben.

Unter den anderen führenden Aktien dieser Branchen haben wir auch Barrick Gold (ABX) mit vier Sternen ausgezeichnet. Das Unternehmen hat seine Absicherungsgeschäfte eingeschränkt und ist damit in einem Umfeld hoher Goldpreise deutlich attraktiver geworden. Allerdings verfügt die Aktie wie auch Newmont über ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis. Weniger positiv stehen wir Placer Dome (PDG) gegenüber. Daher haben wir für dieses Unternehmen nur eine Empfehlung von drei Sternen (Halten) ausgesprochen.

Leo Larkin ist Aktienanalyst für Goldproduzenten bei Standard & Poor's

Quelle: @JüB
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