Rohstoffwerte

Aktie der Boliden AB im Kupferboom

04.11.2005
, 19:01
Schmelzvorgang bei Boliden
Wer sich für Minenwerte interessiert wird nicht gleich an Schweden denken. Mit der Boliden AB gibt es hier aber ein entsprechendes Unternehmen, dessen Aktie von hohen Rohstoffpreisen profitiert und noch vernünftig bewertet ist.

Wer sich für Minen- und Erzverarbeitungsunternehmen interessiert, der wird nicht unbedingt gleich an Schweden denken. Mit der Boliden AB gibt es allerdings ein in Stockholm ansässiges Unternehmen, das genau in diesen Bereichen tätig ist.

Es betreibt vier Minen in Aitik, in der Gegend von Boliden, in Garpenberg nordwestlich von Stockholm und im irischen Tara. Die gewonnenen Erze werden in verschiedenen Zink- und Kupferhütten weiterverarbeitet. Das Unternehmen erzielt mit ungefähr 4.500 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa zwei Milliarden Euro jährlich.

Boliden-Aktie zeigt neuerdings Dynamik nach oben

Nach einer eher schwierigen Phase mit massiven Kursverlusten in den Jahren 2000 bis 2002 - die Aktie fiel von 394,89 schwedischen Kronen in einem Abwärtstrend um etwas mehr als 98 Prozent bis auf gerade noch 7,66 Kronen - konnte sich die Aktie im Jahr 2003 wieder auf ein Niveau von etwa 30 Kronen erholen und danach seitwärts laufen. In den vergangenen Wochen ist sie jedoch aus diesem Seitwärtstrend ausgebrochen und zeigt eine gewisse Dynamik nach oben. Seit Beginn des Jahres hat die Aktie etwas mehr als 51 Prozent zugelegt auf zuletzt 42,9 schwedische Kronen.

Bild: FAZ.NET

Diese Entwicklung dürfte kaum verwundern, denn Boliden profitiert vom anhaltenden Rohstoffboom. Das Unternehmen konnte den Umsatz im dritten Quartal des laufenden Jahres im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 15,8 Prozent auf 4,939 Milliarden schwedische Kronen steigern. Der operative Gewinn legte sogar um 73,08 Prozent auf 701 Millionen Kronen zu, der Nettogewinn verbesserte sich um 45,97 Prozent auf 435 Millionen schwedische Kronen oder auf 1,5 Kronen je Aktie.

Boliden profitiert vor allem vom anhaltend hohen Kupferpreis. Bei diesem Metall macht sich die deutlich gestiegene Nachfrage nach Rohstoffen aus China und anderen sich rasch entwickelnden Staaten bemerkbar. Minenunternehmen kommen bisher mit der Nachfrage nicht nach, was die Lagerbestände „austrocknet“ und den Preis nach oben treibt.

Das Unternehmen profitiert von steigenden Rohstoffpreisen

Das führte dazu, daß das Unternehmen die Erlöse steigern kann, obwohl die Produktion im vergangenen Quartal gefallen ist. Bei Kupfer ging die geförderte Menge um zehn Prozent auf knapp 17.000 Tonnen zurück, bei Gold um 15 Prozent auf 526 Kilogramm und bei Silber um 16 Prozent auf 9.460 Kilogramm. Aber nicht nur die Preise an sich haben angezogen, sondern auch die Ertragsmargen in den Schmelzwerken haben sich verbessert. Bei der Verarbeitung von Kupfer haben sie sich in etwa verdoppelt.

Das Unternehmen ging bei der Präsentation der Zahlen zum dritten Quartal davon aus, im Gesamtjahr den rekordverdächtigen Vorjahresgewinn von 1,2 Milliarden schwedischen Kronen noch übertreffen und den Cashflow steigern zu können. Gleichzeitig konnte es im vergangenen Quartal die Schulden leicht von 6,47 auf 6,04 Milliarden Kronen reduzieren.

Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 9,4 und 8,6 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr scheint die Aktie noch vernünftig bewertet zu sein. Das dürfte ihr zusammen mit dem inzwischen etablierten Aufwärtstrend zumindest in einem anhaltend freundlichen Wirtschafts- und Börsenumfeld weiteres Kurspotential geben. Für ausländische Anleger könnte auch die im etwas gegen den Euro schwächelnde Krone einen gewissen Reiz ausüben. Absicherungsstrategien können jedoch auch hier nicht schaden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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