S&P-Aktie der Woche

St. Jude Medical schlägt im richtigen Takt

Von Robert Gold
04.12.2001
, 15:41
St. Jude-Aktionäre sollten keine Herzprobleme bekommen
Günstige Wachstumschancen winken St. Jude Medical. Grund genug für S&P, den Medizintechnikanbieter zur Aktie der Woche zu küren.
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Die in Minnesota ansässige St. Jude Medical bietet mit Schwerpunkt auf Produkte zur Herzbehandlung medizinische Geräte an. Während früher vor allem künstliche Herzklappen, das Geschäft bestimmten, ist man jetzt Marktführer in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen, Elektrophysiologie (EP), Kathetern und verschiedenen Herzchirurgieprodukten.

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Die Hauptproduktkategorie sind Herzschrittmacher, die rund die Hälfte der Umsätze ausmachen. Standard & Poor's (S&P) schätzt, dass 2001 der weltweite Umsatz mit Herzschrittmachern um fünf Prozent auf rund drei Milliarden Dollar steigt. Nach Marktführer Medtronic, der 50 Prozent Marktanteil auf sich vereinigt, soll St. Jude 2001 auf einen Marktanteil von 24 Prozent kommen. Das geschätzte Umsatzwachstum von 8,5 Prozent wäre sogar der Spitzenwert in der Branche.

Steigende Marktanteile

Das Unternehmen stellt neben Herzschrittmachern auch implantierbare Cardioverter Defibrillatoren (ICDs) her, die benutzt werden, um bei Patienten mit beschleunigtem Herzschlag - ein Leiden, das als Tachykardie bekannt ist - wieder einen normalen Herzrhythmus herzustellen. Obwohl ICDs weit hinter Schrittmachern rangieren, was den Umsatzanteil angeht - der projizierte Anteil beläuft sich auf 15 Prozent für 2001 und auf 17 Prozent für 2002 -, gilt das ICD-Geschäft als entscheidender Wachstumsmotor für St. Jude.

S&P schätzt, dass der weltweite ICD-Markt in 2001 um zwölf Prozent auf einen Umsatz von 1,9 Milliarden Dollar wächst. Wir erwarten gleichzeitig, dass St. Jude dank erfolgreicher Markteinführung des Photon-Dual-Chamber-Defibrillators um 15 Prozent wächst und so 2001 auf einen Umsatzanteil von elf Prozent kommen wird, das heißt Platz drei hinter Medtronic (51 Prozent) und Guidant (36 Prozent) belegt.

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Hohes Kurspotenzial

Im Jahr 2001 trauen wir dem Unternehmen ein Plus beim Gewinn je Aktie von 24 Prozent auf 2,25 Dollar und ein Umsatzwachstum von 14 Prozent zu. 2002 soll der Umsatz dann um 14 bis 16 Prozent wachsen und der Gewinn je Aktie auf 2,60 Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis basierend auf den Schätzungen für 2002 bewegt sich damit auf Branchenniveau.

Gemessen am Kurs-Umsatzverhältnis wird der Titel aber mit einem Abschlag von 15 Prozent bewertet. Dabei hätte St. Jude angesichts der Wachstumsaussichten aus unserer Sicht einen Aufschlag verdient, zumal zudem Übernahmefantaise besteht. Das Zwölf-Monats-Kursziel veranschlagen wir mit 91 Dollar jedenfalls um 23 Prozent über dem aktuellen Kursniveau an.

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Robert Gold ist Aktienanalyst bei Standard & Poor´s.

Im Chart sehen Sie den Kursverlauf von St. Jude Medical in Dollar gerechnet in den vergangenen fünf Jahren.

Quelle: @jüb
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