Unternehmensgewinne

Gewinnschätzungen für US-Unternehmen immer noch zu hoch

28.10.2002
, 16:18
Die Quartalszahlen dieser Woche könnten den Markt ernüchtern - Analysten glauben, dass die Gewinnprognosen immer noch zu hoch sind.
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Der dreiwöchigen Kursrally an den US-Börsen könnte in dieser Woche die Puste ausgehen, denn das Augenmerk der Anleger richtet sich mehr und mehr auf die Gewinnprognosen für das vierte Quartal. Die Ertragsschätzungen seien immer noch zu optimistisch, heißt es. Mit Spannung warten die Marktteilnehmer nun auf die neuesten Meldungen aus der Wirtschaft: Diese Woche berichten Procter & Gamble, Electronic Data Systems, Exxon Mobil und ChevronTexaco ihr Quartalsergebnis. Wichtige Konjunkturdaten wie das Bruttoinlandsprodukt und die Arbeitslosenzahlen stehen ebenfalls an.

Nach einer Umfrage von Thomson First Call rechnen Analysten damit, dass sich das Gewinnwachstum bei den Mitgliedern des Standard & Poor's 500-Index in den letzten drei Monaten des Jahres gegenüber dem Vorquartal fast verdreifachen wird. Der Chiphersteller Texas Instruments und die Versicherung Cigna haben indes in der vergangenen Woche ihre Gewinnprognose für das vierte Quartal gesenkt, worauf ihr Aktienkurs einbrach. „Die Prognosen für das vierte Quartal sind gefährdet“, bestätigt Owen Fitzpatrick, Fondsmanager bei Deutsche Bank Private Banking. „Die Erwartungen sind immer noch zu hoch."

Autohersteller mit Umsatzeinbrüchen

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In Europa haben die Analysten ihre diesjährigen Gewinnprognosen für die Werte im Dow Jones Stoxx 600 in den vergangenen sechs Monaten bereits um 14 Prozent nach unten korrigiert, berichtet die JCF Group. Besonders aufmerksam werden die Anleger diese Woche auf die amerikanischen Autohersteller schauen, die am 1. November ihre Umsatzzahlen bekannt geben. Bei General Motors dürfte der Umsatz um 36 Prozent, bei Ford Motor um 31 Prozent und bei der US-Tochter Chrysler von DaimlerChrysler um 22 Prozent gegenüber dem Rekordmonat im Vorjahr absacken, schätzt Luckey Consulting Group. Im Oktober 2001 versuchten die US-Autobauer, über zinsfreie Kredite die Nachfrage zu beleben, die nach den Terroranschlägen vom 11. September eingebrochen war.

Die Berichtssaison für das dritte Quartal neigt sich allmählich dem Ende zu. Drei Viertel der S&P 500-Werte haben bereits ihre Zahlen bekannt gegeben. Über Erwarten gute Gewinne bei Unternehmen wie Microsoft und Bank of America heizten den Kursaufschwung in den letzten drei Wochen an. Der S&P 500 kletterte gegenüber dem Fünf-Jahres-Tief, das er am 9. Oktober erreicht hatte, um 16 Prozent.

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Auch Konjunkturdaten könnten schlechter ausfallen

Mit Spannung erwarten die Marktteilnehmer nun die neuen Konjunkturdaten. „Wir leben von einer Datenveröffentlichung zur nächsten", bestätigt Cliff Fox, Fondsmanager bei Columbus Circle Investors. Beim Bruttoinlandsprodukt rechnen die Ökonomen mit einem Wirtschaftswachstum von 3,6 Prozent im dritten Quartal, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg. Allerdings dürfte sich laut einer von Blue Chip Economic Indicators ermittelten Konsensusschätzung von Ökonomen das Wachstum im letzten Quartal des Jahres auf 2,2 Prozent abschwächen.

Manche Investoren rechnen daher mit weiteren Entlassungen bis zum Jahresende. Die Arbeitslosenquote stieg im Oktober von 5,6 Prozent im Vormonat auf wahrscheinlich 5,8 Prozent, schätzten 41 Volkswirte in einer Umfrage von Bloomberg News. Bei den Gewinnschätzungen für dieses Quartal sind die Analysten bereits vorsichtiger geworden. Sie rechnen jetzt bei den S&P-500-Werten im vierten Quartal nur noch mit einer Gewinnverbesserung von 17,3 Prozent, so First Call. Am 1. Oktober erwarteten sie noch 19,9 Prozent und am 1. September 22,9 Prozent.

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Quelle: Bloomberg
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