Marktbericht

Yuan-Abwertung drückt Dax unter 11.000 Punkte

12.08.2015
, 18:18
Die chinesische Zentralbank hat die Landeswährung heute ein weiteres Mal auf Talfahrt geschickt.
Deutsche Anleger müssen auch am Mittwoch massive Verluste im Dax hinnehmen. Der deutsche Leitindex fiel zum Handelsschluss um mehr als 3 Prozent. Die Abwertung des Yuan belastete die Märkte.
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Die Abwertung der chinesischen Landeswährung Yuan hat am Mittwoch wieder die Finanzmärkte rund um den Globus erschüttert. Anleger warfen weltweit Aktien - vor allem von Unternehmen aus der Exportbranche - aus den Depots. „Viele haben einfach die Reißleine gezogen“, sagte ein Händler. „Das ist ein Abverkauf auf breiter Front.“ Der Yuan stürzte im Sog der Einführung eines neuen Wechselkursmechanismus zum Dollar auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren. Durch den Kursverfall werden Exporte nach China teurer, chinesische Waren auf dem Weltmarkt aber billiger.

Der Dax fiel um 3,3 Prozent auf 10.924,6 und schloss damit auf dem niedrigsten Stand seit fünf Wochen. Der Umsatz war mit fast 5,5 Milliarden Euro im Dax so hoch wie seit Ende Juni nicht mehr. Der Euro Stoxx 50 brach um 3,4 Prozent auf 3484,4 Zähler ein. Auch an der Wall Stret drückten die Anleger auf die Verkaufsknöpfe. Dow-Jones und S&P 500 lagen zum europäischen Handelsschluss je 1,3 Prozent im Minus.

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Angst vor einem Währungskrieg

Die chinesische Zentralbank hatte am Dienstag die Kriterien für die Festlegung des Wechselkurses geändert und damit die Talfahrt des Yuan eingeleitet. Nunmehr orientiert sich der Mittelkurs an dem Schlussstand des Vortages und an Marktkursen. Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) führt die Maßnahme zu einer größeren Flexibilität und höherem Einfluss der Marktkräfte. „Damit dürften die Schwankungen zunehmen“, sagte ein Börsianer. Bislang durfte der Yuan nur um eine künstlich festgelegte Marke schwanken.

Die Regierung stemmt sich mit der Maßnahme gegen eine deutliche Abkühlung der heimischen Wirtschaft. Einige Experten befürchten nun aber Nachahmer und einen Wettlauf der Länder bei der Abwertung ihrer Währungen, um damit die Exporte durch niedrigere Preise anzukurbeln. Das könnte die Weltwirtschaft in Turbulenzen stürzen, warnten Analysten.

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“Es ist zwar noch zu früh, um zu beurteilen, ob dies der Beginn einer nachhaltigen Abwertung des Yuan ist“, sagte Rajeev De Mello, Chef des Geschäfts mit asiatischen Anleihen beim Vermögensverwalter Schroders. „Aber andere Zentralbanken könnten sich gezwungen sehen, dem Beispiel zu folgen und in den Industrienationen eine neue Runde des Abwertungswettlaufs einzuläuten.“ Vor dem Hintergrund spekulierten einige Anleger bereits auf eine Verschiebung der von vielen für September erwarteten Zinserhöhung in den Vereinigten Staaten. Dies schob den Euro um mehr als einen Cent auf 1,1212 Dollar an. Zuletzt hatte er Mitte Juli so hoch notiert.

Henkel und Alibaba stürzen ab

Verkauft wurden vor allem die Aktien von Autobauern und Luxusgüterherstellern. Für beide Branchen ist China ein wichtiger Absatzmarkt und viele Börsianer fürchten angesichts der wechselkursbedingten Preisaufschläge einen Einbruch der Nachfrage. So verloren Daimler und BMW 4,8 und 3,7 Prozent, VW 3,3 Prozent und die Aktien der Gucci-Mutter LVMH 5,5 Prozent.

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Unternehmen, die weiter auf China setzen, strafte der Markt gnadenlos ab: Die Aktien von Henkel stürzen um 9 Prozent auf 99,13 Euro ab. Der stark in China engagierte Konsumgüterkonzern beurteilt die schwächelnde Wirtschaft in der Volksrepublik gelassen und hatte zudem mit seinem Umsatzwachstum im zweiten Quartal die Anleger enttäuscht. Aber auch die Aktien chinesischer Unternehmen gerieten unter die Räder: In New York brachen die Titel des Amazon -Rivalen Alibaba um bis zu 8 Prozent ein. Die chinesische Ikone der Internetbranche wächst so langsam wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr.

Quelle: Reuters
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