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Börsen

Wieder im Minus

Von Martin Hock
Aktualisiert am 25.03.2020
 - 08:35
Der Blick von oben auf die Dax-Kurstafel.
Nach dem Kursfeuerwerk vom Dienstag begann der Mittwoch auch wieder mit großem Optimismus. Doch der hielt nicht. Analysten warten auf eine Stabilisierung des Marktes. Nur so könne Vertrauen zurückkehren.

Nach dem Bullenritt vom Dienstag zeigte sich der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch zunächst weiter fest. Der marktbreite F.A.Z.-Index legte zunächst fast 5 Prozent bis auf 1842 Punkte zu. Der Standardwerteindex Dax übersprang elegant die Marke von 10.000 Punkten um 4,4 Prozent bis auf 10.131 Punkten.

Damit war es aber bald vorbei. Der Dax sauste erst einmal bis zu 2,5 Prozent ins Minus und notiert etwas erholt immer noch unter dem Vorabendschlussstand.

Anleger hätten die Gelegenheit für Verkäufe genutzt und das sei durch algorithmische Handelsprogramme,
verstärkt worden", sagt Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Ein weiterer großer Abverkauf könnte durchaus noch bevorstehen.

Was die Kurse antreibt, sind die Hoffnungen, die an das amerikanische Paket zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie geknüpft werden.Die Aussicht auf ein Konjunkturpaket im Volumen von zwei Billionen Dollar tröstet Börsianer erst mal über vieles hinweg, wie die immense Staatsverschuldung, die dies mit sich bringen wird, was die chronisch schwierigen Haushaltsberatungen in den Vereinigten Staaten künftig kaum einfacher gestalten wird.

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Die Millionenfrage sei, wie lange der Optimismus halten werde, meinte Ipek Ozkardeskaya, leitende Analystin der Swissquote Bank schon vor Börsenbeginn. Und weist auch darauf hin, dass Stimuli abhängig machen – so wie das Notenbankgeld in der Finanzkrise: „Je größer der Stimulus, desto mehr verlangen Investoren.“

Vor allem aber gibt es noch keine Stabilität am Markt. Der S&P-500 erlebte drei seiner 20 größten Kursgewinne und 3 seiner größten 10 Kursverluste in den vergangenen Wochen, beim Dow Jones liegt die Sache ähnlich. So volatil war die Börse zuletzt in den Dreißiger Jahren, während der Weltwirtschaftskrise und diese Instabilität hielt lange an.

Man solle auf die Volatilität achten, meint auch Ozkardeskaya. 5 bis 10 Prozent am Tag seien negative, gleich in welche Richtung es gehe. Eine Stabilisierung in einer Spanne von 1 bis 3 Prozent sei notwendig, um das Vertrauen der Anleger kurz- bis mittelfristig wieder herzustellen. Zudem sollten Dollarkäufe abnehmen, den das wäre ein Hinweis, dass weniger Positionen aufgelöst würden und Liquidität zurück in den Markt fließe.

Er würde auch kleinere tägliche Bewegungen vorziehen, meint Neil Wilson, leitender Marktanalyst von Markets.com. Oder dass sich ein Boden herausbilde, denn den sieht er angesichts der weiter bestehenden Volatilität eben noch nicht. Und stößt in dasselbe Horn: Man müsse noch sehen, ob der Stimulus ausreiche und es nicht doch noch mal abwärts gehe.

Die Folgen der Krise sind immer noch kaum abschätzbar. Am Mittwochmorgen legte etwa in Deutschland der Hamburger Hafenlogistiker HHLA eine deutlich negative Prognose als Folge der Pandemie vor. Eine solche sei unter den gegebenen Rahmenbedingen zwar nicht verlässlich möglich, es sei aber mit einem starken Rückgang des Betriebsergebnisses zu rechnen, hieß es. Und weiter: Aufgrund der Unsicherheiten fokussiere sich HHLA auf die finanzielle Steuerung und die Sicherung der Liquidität. Aufgrund der vorhandenen Liquidität und ergriffener Maßnahmen sowie der Abschätzungen für 2020 gehe man davon aus, dass man in der Lage sein werde, „den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen“.

Das ist nicht direkt das, was man an der Börse gerne hört. Auch Unternehmen die weniger stark betroffen sind, wie etwa Zooplus sorgen nicht unbedingt für gute Laune: Wegen der Auswirkungen der Krise auf die Logistik geht der Online-Tierfutter-Händler für 2020 von einem niedrigeren Ergebnis aus, will aber noch die Gewinnschwelle erreichen.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Hock, Martin
Martin Hock
Redakteur in der Wirtschaft.
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