Börse am Vormittag

Märkte starten schwungvoll

Von Gregor Brunner
06.07.2022
, 11:44
An den Rohstoffmärkten sank der Preis für Palmöl am Mittwoch. Im April hatte er noch auf einem Rekordhoch gelegen.
Wieder ein Morgen, an dem die deutschen Märkte zunächst höher liegen. Allzu früh sollten sich Anleger allerdings nicht freuen. Erdöl fällt in Richtung 100 Dollar zurück.
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Frühaufsteher kommen an den Börsen in diesen Tagen auf ihre Kosten. Einen morgendlichen Erholungsversuch der Aktienmärkte gibt es auch heute wieder. Der marktbreite F.A.Z.-Index rückte am Mittwochvormittag auf 2065 Punkte um 1,4 Prozent vor. Ähnlich erging es dem Dax, der nach einem Ausverkauf am Vortag wieder 1,3 Prozent auf 12.568 Punkte gewann. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 stieg am Vormittag um 1,1 Prozent auf 3397 Punkte. Seit Jahresbeginn hat der Dax rund ein Fünftel seiner Punkte eingebüßt. Auch jetzt herrscht noch Pessimismus, der die Märkte belastet. Erholungsversuche am Morgen wurden in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder mit hohen Verlusten im Tagesverlauf gestraft.

Im Dax wurden die Aktien des Lieferdienstes Hello Fresh durch eine Übereinkunft zwischen Amazon und Just Eat Takeaway nach oben gezogen. Während Aktien von Just Eat Takeaway an der Börse in Amsterdam gut 17 Prozent gewannen, setzte sich Hello Fresh mit plus 6,8 Prozent an die Dax-Spitze. Auch Titel des kürzlich in den M-Dax abgestiegenen Lieferdienstes Delivery Hero gewannen 4,3 Prozent. Nach unten ging es für Aktien des Sportartikelherstellers Adidas. Ein skeptischer Analystenkommentar drückte sie 3,7 Prozent ins Minus.

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An den Devisenmärkten war eine weitere Stärkung des Dollar gegenüber anderen Währungen zu beobachten. Mit 1,0239 Dollar erreichte der Kurs des Euro seinen niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Sorgen über eine Rezession in Europa, außer Kontrolle geratene Inflation und eine verspätete Reaktion der Geldpolitik wirken seit einigen Wochen belastend für die Gemeinschaftswährung. Ebenso fiel das britische Pfund mit 1,1899 Dollar auf ein Zwei-Jahres-Tief. Neben Fragen der Energiesicherheit im Vereinigten Königreich verunsichert Anleger die Geldpolitik der Bank of England, welche die Konjunktur des Landes zu hemmen droht. Im Blick steht auch weiterhin die Schwäche des Euro gegenüber dem Schweizer Franken. Nachdem ein Euro in der vergangenen Woche schon weniger als einen Franken kostete, unterschritt der Euro abermals die Parität und kostete am Mittwoch noch 0,9927 Franken.

Öle und Fette verlieren

Etwas weniger heiß liefen am Morgen die Preise für Erdöl. Die amerikanische Sorte Brent war für 100,73 Dollar je Fass (159 Liter) zu haben. Damit lag sie zwar 1,2 Prozent höher als am Vortag, auf Fünf-Tages-Sicht bedeutete dies aber einen Abschlag von gut 9,4 Prozent. Die Nordseesorte Brent fiel um 0,2 Prozent auf 104,58 Dollar. Für Entspannung sorgte die Ankündigung, dass Streiks auf norwegischen Öl- und Gasplattformen beigelegt wurden.

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Ebenso verfiel der Preis von Palmöl weiter. Markierte das Speisefett im April noch ein Rekordhoch, nachdem Indonesien einen Exportstopp angekündigt hatte, liegt der Preis für eine Tonne an der Börse Kuala Lumpur nun bei 3735 Ringgit (823 Euro), was einem Verlust von 45 Prozent gegenüber dem April-Hoch bedeutet. Rezessionsängste drückten auf den Preis, bei einem gleichzeitigen Überangebot in Malaysia. Die Lagerbestände stiegen demnach im Juni auf ein Sieben-Jahres-Hoch.

Die Märkte in Asien hatten den Tag schwach eingeleitet. In Tokio verlor der Nikkei 225 1,2 Prozent auf 26.107 Punkte. In China sank der CSI-300-Index um rund 2 Prozent auf 4401 Punkte. Der Hang-Seng-Index schloss mit minus 2,4 Prozent auf 21.324 Punkten. Neue Fälle des Coronavirus in Schanghai schürten Furcht vor abermaligen Sperrungen in der Metropole.

Mit Blick auf die Vereinigten Staaten ist an der Wall Street mit leichten Kursverlusten zu rechnen. Anleger erwarteten den Dow-Jones-Index 0,4 Prozent tiefer. Der breitere S&P 500 wurde an den Terminmärkten mit einem Verlust von 0,3 Prozent gehandelt.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Brunner, Gregor
Gregor Brunner
Redakteur in der Wirtschaft.
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