Aktiensplit

Tesla will Kleinanlegern den Einstieg erleichtern

Von Mark Fehr
Aktualisiert am 12.08.2020
 - 16:38
Tesla hat an der Börse gerade Vorfahrt.
Aus einer Tesla-Aktie sollen fünf werden. Die Aufspaltung der Anteilscheine ist ein Zeichen der Stärke, denn schwächelnde Unternehmen entscheiden sich oft für den umgekehrten Weg.

Der Hersteller von Elektroautos feiert gerade einen Börsenerfolg nach dem anderen und demonstriert nun mit der Ankündigung eines Aktiensplits seine Stärke. Wer zum Stichtag am 21. August Tesla-Aktionär ist, soll für jede gehaltene Aktie vier weitere Anteilsscheine erhalten. Diese werden eine Woche später, am 28. August, nach dem regulären Ende des Börsenhandels, ausgeschüttet. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit, was den Aktienkurs nach Beginn des amerikanischen Börsenhandels am Mittwoch um mehr als 7 Prozent steigen ließ.

Der Handel mit den aufgespaltenen Aktien soll am 31. August starten. Der Kurs wird sich im Moment des Splits rechnerisch um 80 Prozent reduzieren, doch handelt es sich nur um eine rein optische Folge. Die Aufspaltung der bestehenden Aktien im Verhältnis eins zu fünf verändert unmittelbar weder den Wert der Aktienpakete der Anleger noch den Börsenwert des Unternehmens. Wozu dient die Maßnahme dann?

Tesla will seine Aktien durch den Split für Mitarbeiter und Anleger leichter zugänglich machen, wie aus der Mitteilung des Unternehmens hervorgeht. Die Aktie wird nach dem Split weit billiger aussehen als vorher. Ausschlaggebend ist, dass Kleinanleger wegen der handlicheren Stückelung ihr überschaubares Portfolio leichter streuen können, weil der Mindestbetrag für ihre Anlage sinkt.

Das spielt im Fall Tesla eine bedeutende Rolle, schließlich hatte der Kurs im Juli die Marke von 1600 Dollar je Aktie überschritten – was im Vergleich zu vielen anderen Aktien ein hoher absoluter Betrag ist. An der Börse lassen sich in der Regel nur ganze Aktien erwerben, wobei allerdings einige Händler auch den Handel mit Bruchteilen anbieten. Wer bisher allein aufgrund der hohen Kurse vor einem Einstieg bei Tesla zurückschreckte, konnte jedoch auch schon vor dem Aktiensplit mit Mini-Beträgen in das Unternehmen investieren. Das funktionierte mit Aktiensparplänen, bei denen Monat für Monat feste Summen, schon zum Beispiel ab 50 Euro, eingezahlt werden. Bei dieser Anlageform gehört der Erwerb von Aktienbruchteilen zum System.

Auch Apple will splitten

Anleger können Aktiensplits als ein Zeichen der Stärke des Unternehmens sehen. Zu einem solchen Schritt trauen sich nur Emittenten, deren Kurse über einen langen Zeitraum stark gestiegen sind. Auch der bei Anlegern beliebte Technologiekonzern Apple hatte kürzlich einen Aktiensplit angekündigt. Schwächelnde Unternehmen dagegen werden ihre unter Druck geratenen Aktienkurse kaum durch Splits noch weiter in den Keller treiben wollen. Wackelkandidaten entscheiden sich dagegen eher zum gegenteiligen Schritt des umgekehrten Aktiensplits. Dabei reduzieren sie die Zahl ihrer Aktien in einem festgelegten Verhältnis.

So führte die damals schwer unter den Folgen der Finanz- und Staatsschuldenkrise leidende Commerzbank im Jahr 2013 ihre Aktien im Verhältnis eins zu zehn zusammen. Damit sollte der Absturz des Kurses unter die Marke von einem Euro je Aktie verhindert werden. Das Beispiel zeigt auch, dass die Aufspaltung oder Zusammenlegung von Aktien den Vergleich von aktuellen mit historischen Kursen eines Unternehmens erschwert.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Fehr, Mark
Mark Fehr
Redakteur in der Wirtschaft.
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