Amerikas Filmindustrie

Ein schwächelnder Superheld

Von Roland Lindner, New York
05.05.2014
, 06:32
In den amerikanischen Kinos hat die umsatzstarke Sommersaison begonnen.
In den amerikanischen Kinos hat die umsatzstarke Sommersaison begonnen. Der Start mit dem neuen „Spider-Man“-Film war aber nicht allzu berauschend.
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Das erste Mai-Wochenende ist in Amerika der inoffizielle Start für die besucherstarke Sommersaison in den Kinos. In dieser Zeit bringen die Hollywood-Studios Filme auf die Leinwände, die sie für besonders massentauglich halten, also zum Beispiel Fortsetzungen etablierter Filmreihen. Der Kinosommer erstreckt sich laut Branchendefinition bis zum Feiertag „Labor Day“ am ersten Wochenende im September. Die Herbst- und Wintermonate sind dann eher von prestigeträchtigen Produktionen geprägt, mit denen die Studios ins Rennen um Filmpreise wie den Oscar gehen.

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Die diesjährige Sommersaison wurde am Wochenende mit der jüngsten Fortsetzung aus der Superheldenreihe „Spider-Man“ eingeläutet, die in Deutschland schon vor zwei Wochen angelaufen ist. Es war kein schlechter, aber auch kein berauschender Start: „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ spielte in Nordamerika 92 Millionen Dollar ein. Das ist zwar eine beachtliche Summe, aber frühere Teile der „Spider-Man“-Reihe haben es am ersten Wochenende auf weit mehr als 100 Millionen Dollar gebracht. Vielleicht hat sich im Kinopublikum etwas Spider-Man-Müdigkeit breitgemacht, zumal die aktuelle Fortsetzung der mittlerweile fünfte Film mit dem Spinnenmann innerhalb von zwölf Jahren ist.

Die Sommersaison ist heute nicht mehr so streng definiert wie früher. So brachte der Unterhaltungskonzern Walt Disney schon Anfang April seinen Superheldenfilm „Captain America 2“ heraus, eigentlich ein typischer Sommerstoff. Der Film hat sich gut geschlagen und bislang fast 240 Millionen Dollar eingespielt. Ein anderer Kassenknüller aus den ersten Monaten des Jahren war der Animationsfilm „The Lego Movie“, der es auf mehr als 250 Millionen Dollar brachte.

Das Kinojahr lässt sich bislang allgemein gut an: Einschließlich des vergangenen Wochenendes liegen die Umsätze an den Kinokassen bislang um 8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Und 2013 war für die Filmindustrie in Amerika mit einem Gesamtumsatz von 10,9 Milliarden Dollar ein Rekordjahr.

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Für die nächsten Monate hat die Filmbranche viele Hoffnungsträger in den Startlöchern, darunter wie so oft sehr viele Fortsetzungen. So wird es Neuauflagen von Filmreihen wie „X-Men“ und „Transformers“ und „Drachenzähmen leicht gemacht“ geben.

Quelle: FAZ.NET
Autorenportät / Lindner, Roland
Roland Lindner
Wirtschaftskorrespondent in New York.
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