FAZ plus ArtikelDen Zenit überschritten?

Die neue Angst am Ölmarkt

Von Christian Siedenbiedel
05.10.2020
, 07:17
Ölplattform im Kaspischen Meer: Wie geht es weiter mit der Ölförderung in aller Welt?
Die Preise für Öl und Benzin schwanken ziellos. Zur Unsicherheit am Ölmarkt trägt eine spannende Debatte bei: Ist der Höhepunkt der Ölnachfrage überschritten – wird womöglich nie wieder so viel Öl verbraucht wie 2019?
ANZEIGE

Eine Zeitlang sah es so aus, als ob sich der Ölpreis nach dem Corona-Schock kontinuierlich erhole. Schritt für Schritt ging es nach oben, bis aus 17,91 Dollar für ein Barrel (Fass zu 159 Liter) der Nordseesorte Brent im März bis Ende August wieder gut 45 Dollar geworden waren. Doch seither ist keine klare Richtung mehr zu erkennen, stattdessen erratische Schwankungen. Mal ist der Ölpreis über 45 Dollar, dann wieder unter 40 Dollar. Allein am Dienstag verlor der Preis fast 5 Prozent, am Mittwoch und Donnerstag stieg er dann in ähnlicher Größenordnung. Auch an den Tankstellen schwanken die Preise ohne klare Richtung. Mal gibt es Diesel wieder für gut 1 Euro je Liter wie im Shutdown im März – schon am nächsten Tag aber kann es an derselben Tankstelle auch wieder deutlich teurer sein.

ANZEIGE

Allgemeine makroökonomische Unsicherheit

Nun gehört der Ölpreis unter allen Preisen zu den häufig schwankenden. Und es ist sicher auch nicht von der Hand zu weisen, was Ölanalyst Giovanni Staunovo als eine mögliche Begründung für die deutlichen Ausschläge anführt, dass nämlich ein insgesamt niedriger Ölpreis wie derzeit zu stärkeren prozentualen Schwankungen führt als ein höherer. Auch die „allgemeine makroökonomische Unsicherheit“ ist natürlich groß, wie der Hamburger Ökonom Cyrus de la Rubia hervorhebt. Trotzdem sagen auch die gestandenen Fachleute am Ölmarkt, dass im Moment eine besondere Verunsicherung der Ölhändler zu beobachten sei – die dazu führe, dass der Ölpreis keine klare Richtung kenne, sondern schwanke und auf vergleichsweise unwichtige Daten mit kräftigen Ausschlägen reagiere.

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.
Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: F.A.Z.
Christian Siedenbiedel - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christian Siedenbiedel
Redakteur in der Wirtschaft.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE