Anleihemarkt

Japanische Anleihen fahren das größte Monatsplus seit 1999 ein

31.08.2004
, 11:33
Der Chart zeigt die Entwicklung der Rendite der zehnjährigen japanischen Staatsanleihen
Ernüchternde Konjunkturzahlen haben die Renditen von Japans Staatsanleihen wieder auf Talfahrt geschickt. Und ob sich dieser Trend vielleicht sogar noch verschärft, hängt nun von den Arbeitsmarktzahlen aus Amerika ab.
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Die Hoffnungen auf eine nachhaltige konjunkturelle Belebung in Japan sind zuletzt wieder merklich bescheidener geworden. Noch besser als an dem ins Stocken geratenen Aufschwung am Aktienmarkt läßt sich das am japanischen Rentenmarkt ablesen.

Hier fuhren die zehnjährigen japanischen Staatsanleihen im gerade zu Ende gehenden Monat August das größte Plus seit April 1999 ein. Mit dazu beigetragen haben am Dienstag schwach ausgefallene Zahlen zur Industrieproduktion.

Der Kurs der bis Juni 2014 laufenden und einem Kupon von 1,9 Prozent ausgestatteten Staatsanleihe reagierte darauf mit einem Anstieg von 0,261 auf 103,063 Prozent. Die Rendite ermäßigte sich dadurch um drei Basispunkte auf 1,54 Prozent, wobei im Tagestief sogar 1,52 Prozent erreicht worden waren.

Insgesamt hat sich die Rendite im August um 31 Basispunkte zurückgebildet. Ein noch stärkerer Rückgang ergab sich zuletzt 1999, als es im April um 34 Basispunkten mit den Renditen nach unten ging.

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Konjunkturzahlen sorgen für Ernüchterung

Dabei schienen im ersten Halbjahr steigende Renditen praktisch eine ausgemachte Sache zu sein. Begleitet von ermutigenden Geschäftszahlen kletterte da die Rendite im Jahreshoch bis auf 1,90 Prozent. Sie war damit nicht mehr allzu weit entfernt vom höchsten Niveau der vergangenen Jahre, das am 6. Oktober 2000 mit 1,97 Prozent markiert worden war. In dieser Phase gingen die meisten Experten davon aus, daß es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis die Marke von zwei Prozent übersprungen wird.

Doch zuletzt wieder ernüchternd ausgefallene Konjunkturzahlen haben dafür gesorgt, daß diese Prognose bisher nicht eingetroffen ist. Die am Dienstag veröffentlichten Daten passen somit ins Bild. Eine im August unverändert ausgefallene Industrieproduktion signalisiert ebenso wie gesunkene Ausgaben der Privathaushalte, daß die Bäume in Japan wirtschaftlich gesehen noch immer nicht in den Himmel wachsen.

„Die Produktionszahlen waren eine weitere Enttäuschung. Sie nähren die Angst, vor einer stärkeren Abschwächung des Wachstums als bislang angenommen und verschaffen den Anleiherenditen so Platz nach unten“, kommentiert Yasunori Kuroda, Fondmanager bei Sompo Japan Insurance, die jüngsten Daten.

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Nun kommt es auf den Arbeitsmarktbericht aus Amerika an

Um Hinweise auf die weitere Entwicklung bei den Renditen zu bekommen, richtet sich der Blick der meisten Marktteilnehmer schon jetzt auf die am Freitag anstehende Bekanntgabe der amerikanischen Arbeitsmarktzahlen.

Auf diesen Termin blicht Kuroda mit folgender Erwartungshaltung voraus: „Die Arbeitsmarktdaten für August werden den Anleihen die Richtung vorgeben. Ein weiterer schwacher Arbeitsmarktbericht könnte den Anleihen einen explosiven Schub geben und die Rendite in Richtung 1,4 Prozent schicken“, so sein Urteil.

Und da sich diese Haltung mit der vieler anderer Anleiheexperten deckt, ist für kommenden Freitag große Spannung und Nervosität angesagt.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: Bloomberg, @JüB
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