Anleihemarkt

Renditen im Frühjahr 2005 etwas höher erwartet

03.11.2004
, 08:54
Der Chart zeigt die Entwicklung der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen
Bankvolkswirte sehen die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen auf Sicht von sechs Monaten auf 4,25 Prozent von gegenwärtig knapp 3,90 Prozent steigen. Von der EZB wird bis auf weiteres mit keinem Zinsschritt gerechnet.
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Angesichts des nachlassenden Konjunkturoptimismus im Euroraum wird bis zum kommenden Frühjahr nur ein moderater Anstieg der Kapitalmarktrenditen erwartet. Die regelmäßig von Dow Jones Newswires befragten Bankvolkswirte rechnen im Durchschnitt damit, daß die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen auf Sicht von sechs Monaten lediglich auf 4,25 Prozent von gegenwärtig knapp 3,90 Prozent steigen werden. Bei der Oktober-Umfrage war noch ein Anstieg der Renditen auf 4,45 Prozent vorhergesagt worden.

Gleichzeitig sind die Experten vor dem Hintergrund der Ölpreisentwicklung wieder pessimistischer für das Wachstum der Euroraum-Wirtschaft geworden. So verringerte sich die Konsensprognose für das Wachstum im kommenden Jahr leicht auf 1,9 Prozent (zuvor: 2,0 Prozent). Die Prognose liegt damit deutlich unter dem Zentralwert der Projektion der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,3 Prozent. Für das laufende Jahr erwarten die von Dow Jones Newswires befragten Experten unverändert einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von ebenfalls 1,9 Prozent.

Bis auf weiteres kein Zinsschritt von der EZB erwartet

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Der etwas gesunkene Konjunktur-Optimismus deckt sich mit den Einschätzungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Einige Ratsmitglieder hatten zuletzt angedeutet, daß der bisherige Wachstumsoptimismus der Notenbank - den viele Beobachter schon seit längerem für überzogen hielten - revisionsbedürftig ist. Nicholas Garganas, Präsident der griechischen Notenbank, erklärte erst jüngst, daß das Wirtschaftswachstum im Euroraum im kommenden Jahr wegen des Ölpreiseffekts wohl am unteren Ende der aktuellen EZB-Projektion liegen werde. Gegenwärtig rechnet der EZB-Stab für das kommende Jahr mit einem BIP-Wachstum zwischen 1,8 Prozent und 2,8 Prozent, eine Anpassung dieser Projektion noch im Dezember erscheint sehr wahrscheinlich.

Insgesamt trugen die Äußerungen von Seiten der EZB zuletzt viel dazu bei, die noch im Sommer herrschenden Zinserhöhungsspekulationen zu dämpfen. Bereits vor einem Monat - nach der auswärtigen Sitzung des Gremiums in Brüssel - hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet betont, daß die stark gestiegenen Ölpreise die Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Konjunkturentwicklung erhöht hätten. Zu seinem einjährigen Jubiläum als EZB-Präsident dürfte Trichet diese Formulierung in Frankfurt wiederholen, wenngleich zuletzt einige Entspannung bei der Ölpreisentwicklung verzeichnet werden konnte.

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Experten etwas optimistischer für den Euro

Auf diesen Aussagen aufbauend rechnen die meisten Volkswirte am Donnerstag bei der nächsten Zinssitzung der EZB mit einer erneuten Bestätigung des gegenwärtigen Leitzinsniveaus von 2,00 Prozent. Da der hohe Ölpreis in zunehmendem Maße die Wachstumsaussichten im Euroraum eintrübt und mittelfristig kein übermäßig starker Inflationsdruck erwartet wird, könne die Notenbank ihre abwartende geldpolitische Haltung fortsetzen, heißt es. So rechnen alle 43 von Dow Jones Newswires befragten EZB-Watcher mit unveränderten Zinsen. Hieran dürfte sich auch im Dezember nichts ändern. Nur ein Experte gab ein, dann eine Zinsanhebung zu erwarten.

Bei der November-Umfrage von Dow Jones Newswires wird der Euro im übrigen etwas stärker gesehen als beim vorherigen Mal. Auf Sicht von sechs Monaten wird jetzt ein Euro-Kurs von 1,26 (1,24) Dollar vorhergesagt. Am Dienstag notierte der Euro bei rund 1,27 Dollar.

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Quelle: Dow Jones-VWD
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