Anleihen

Floating Rate Notes - ein zweischneidiges Schwert

10.09.2002
, 16:39
Mit Floating Rate Notes können auch Anleihenbesitzer von steigenden Zinsen profitieren. Vorausgesetzt, die Zinsentwicklung wird richtig eingeschätzt.
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Risikoaversion ist momentan das Lieblingswort leidgeprüfter Aktienbesitzer. Angesichts des anhaltenden Negativtrends an den Aktienmärkten schichten immer mehr Anleger ihr Geld in Anleihen um. Was bleibt, ist die Unsicherheit über die künftige Zinsentwicklung. Floating Rate Notes lassen Anleger auch von steigenden Zinsen profitieren.

Der Zusammenhang ist einfach: Steigen die Zinsen, konzentriert sich die Nachfrage auf die neu emittierten Anleihen mit einem höheren Kupon. Dadurch sinken die Kurse der „alten“ Anleihen, da keiner mehr die niedriger verzinsten Papiere erwerben möchte. Anleihenbesitzer mit langlaufenden Titeln verschenken so eine höhere Rendite. Ein vorzeitiger Verkauf ist aufgrund des gesunkenen Kurses dann oft nur noch mit Verlusten möglich.

Anpassung an einen Referenzzinssatz

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Durch Floating Rate Notes („Floater“) partizipiert der Anleger an Zinssteigerungen. Denn die im Gegensatz zu normalen festverzinslichen Anleihen vollständig variabel verzinsten Floater werden in regelmäßigen Abständen - beispielsweise alle drei oder sechs Monate - an einen bestimmten Referenzzinssatz angepasst. Dieser Referenzzinssatz orientiert sich meist an den kurzfristigen Anlagezinsen.

Das kann vor allem dann interessant sein, wenn der entsprechende Satz während der Laufzeit stark steigt. Gleichzeitig bedeutet dies allerdings auch, dass zum Kaufzeitpunkt gar nicht genau abzusehen ist, welche Rendite die Anleihe bis zur Fälligkeit bringt. Manche Emittenten vereinbaren lediglich einen Mindestzins, begrenzen dann aber oft auch die Verzinsung nach oben mit einem Maximalwert (Cap).

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Wie entwickeln sich die Zinsen?

Für den Anleger bleibt das Hauptproblem, die künftige Zinsentwicklung richtig vorherzusehen. Erwartet er steigende Zinsen, sind Floater ein geeignetes Anlageinstrument, um ohne großes Risiko - vorausgesetzt die Zinsen steigen dann auch - eine ansehnliche Rendite zu erzielen. Jedoch folgen steigende Zinsen fast immer einem Wirtschaftsaufschwung, beziehungsweise sollen eine Überhitzung der Wirtschaft verhindern. Im Vorfeld eines solchen Aufschwungs haben sich bisher aber auch immer Aktien, in Erwartung hoher Gewinne, wesentlich besser als Anleihen entwickelt.

Zudem spricht aktuell mehr für eine Zinssenkung der Notenbanken als eine rasche Erhöhung. Aber auch hiervon kann der Anleger profitieren. So genannte Reverse-Floater funktionieren ganz ähnlich wie Floating-Rate-Notes. Der Unterschied: Die Anpassung geschieht im umgekehrten Verhältnis. Dazu wird ein konstanter Basiszins festgesetzt, von dem der Referenzzins abgezogen wird. Ergebnis: Je stärker der jeweilige Referenzzins fällt, desto höher ist die Verzinsung der Anleihe.

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Nicht nur Vorteile

Allerdings haben diese Konstruktionen, neben der schwierigen Vorhersage der Zinsentwicklung, noch einen Nachteil: Viele Floater mit der Vereinbarung eines Mindestzinses gelten als Finanzinnovationen. Kursgewinne müssen daher voll versteuert werden. Nicht so bei Floating Rate Notes, die ausschließlich an einen Referenzzinssatz gekoppelt sind.

Insgesamt bleibt ein zwiespältiger Eindruck. Bei anhaltenden Zinserhöhungen ergeben sich für mittel- bis langfristig orientierte Anleger aber durchaus Vorteile. Glaubt ein Investor an ein Anspringen des Zinszyklus im kommenden Jahr, sollte er eine Anlage in Amerika in Erwägung ziehen, da hier das Potenzial für Zinserhöhungen aufgrund des niedrigen Niveaus größer ist. Jedoch geht er dann auch ein Währungsrisiko ein.

Quelle: @mibe
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